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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
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dauernden und wachsenden Berufs in sich-, kein Zweifel,daß er bestimmt ist, Zoll-Parlament von der einen Seite,Landtage von der andern zu überleben, aufzusaugen, uuddieser Bestimmung entsprechend, auch die Regicrungsform anseiner Spitze umzugestalten. Dem Zoll-Parlament bleibt nebendem Troste, das Nützliche geleistet und eine Lücke im deutschenProvisorium ausgefüllt zu haben, die Erkenntnis, daß eszu großen Dingen schwerlich berufen, ja, daß mit jedemheraufsteigenden Jahr das Feld seiner Thätigkeit von selbsteng und enger werden mnß. Mit jedem Handelstraktat,den es einrcgistriert (an sich schon eine blos formelle Mit-wirkung), mit jedem Zoll, den es abschafft, schwindet unterseinen Füßen der Boden, auf dem es steht, nnd schon vonheute au ließe sich mit einiger Wahrscheinlichkeit berechnen,wann ungefähr ihm das Lebenslicht mangels nährender Be-schäftigung ausgehen wird. Gewisse große Steuerprojekte,gewisse Monvpolien, die ihm vielleicht von dieser und jenerSeite zugedacht sind, wird es uicht auf seine schmalenSchultern nehmen. Sein Reich ist uicht von dieser Weltder großen Umwälzungen, sein Beruf, ja selbst die kärglichgemessene Zeit seiner Versammlungen geben ihm nicht denZuschnitt eines Wesens, welches große Unternehmen nndgar solche vou bedenklichem Charakter (wie ein Tabaks-mouopvl) auf sich laden möchte. Bescheiden nnd vergänglichist seine Sendung, das beste an ihm sein Ursprung; dieWahl, auS der es hervorgeht, ist die Zählung der Nationnach solchen, welche ihre Zeit und ihre Aufgabe verstehennnd solchen, welche dem Ruf des Vaterlandes und der Ver-nunft verschlossen bleiben. So hat das Volk südlich desMains zum ersten Male die Wahlen aufgefaßt, so mögeund wird es sie zum zweiteu Male abermals verstehen.Weil nichts so sehr Kraft und Zutrauen giebt, wie das