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größten Tabak- und Seidenhändlern, den größten Besitzernvon Gemälden, Edelsteinen und Raritäten in der Welt.Dies nur als Andeutung, daß selbst einer einzelnen Familiedie Grenzen eines bestimmten Landes für die fruchtbareVerwendung ihrer Reichtümer zu eng werden können. Er-schwert wird eiuer Nation die Verwertung plötzlich zu-strömender Reichtumer noch dadurch, daß von einem Phan-tasiegenuß bei ihr uicht die Rede sein darf. Das bloßeBewußtseiu eiues immensen Besitzes ist für den ius Un-endliche ausdehnbare» Gedanken eines Individuums offen-bar größere Genugthuung, als die Summe der Befriedi-gungen, die es sich mittels seiner Reichtümer innerhalb derengen Grenzen individueller Genußfähigkeit verschaffen kann.Eine Nation aber, eine Gesamtheit steht vor dem Gebot,die ihr znr Verfügung stehenden Reichtümer so zu ver-wenden, daß sie in thatsächliche Nützlichkeit umgesetzt, nichtzu Phautasiekitzel aufgespeichert werden.
Kehren wir nunmehr zu der Aufgabe zurück, eine,allen bisherigen Haudelsbedarf weit übersteigende Summevou Barmitteln und Anweisungen aufs Ausland im In-land zu verwerten. (Vou den Anweisungen aufs Inlandwird später die Rede sein.) Bei uus zu Hause könnennur, um den Besitzstand aus eigenen Mitteln zu erhöhen,nichts anderes thun, als mehr arbeiten. Zu dieser Arbeits-vermehruug giebt uus das Ausland nichts, kann es unsnichts geben, auch das mehr umlaufende Geld thut direktnichts dazu. Mit der Regsamkeit uuserer Arme, mit derTeukanstrengung unserer Erfindungskraft hat dies neu hin-zukommende Geld in irgend welcher Form zunächst nichts znschaffen. Es kann weder die Felder, auf denen wir hacken,graben, pflanzen, noch die Schachte, in welchen die Erzeruhe», weder das Holz iu »uferen Wäldern, noch das Viehauf unseren Weiden von selbst vermehren. Abgesehen von
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