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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
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280
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Um bei der dritten Lesung eine so wichtige Entscheidung nichtwieder auf die Schneide eines Zufalls zu setzen, beantragte in dieserder Abgeordnete Lasker, unterstützt von einer großen Zahl Mitgliederfast aller Fraktionen, das in zweiter Lesung angenommene Amendementwieder fallen zu lassen, dagegen den Bundesrat zu ermächtigen, daßer in besonderen Fällen einer bestimmten Bank die entzogene Freiheitgeben könne. So wurde beschlossen. Aber in Wirklichkeit ist derBundesrat bis jetzt nie in die Lage gekommen, von dieser Ermächti-gung Gebrauch zu machen. Am Schluß der Darstellung findet sich einHinweis auf die lNünzreform, der durch den seit jener Zeit so lautgewordenen Streit einiges retrospektive Interesse bietet. Wie wegenseiner Behandlung des Bankgesetzes, war ich mit dem preußischenFinanzminister wegen der Behandlung der Münzreform nicht einig.Ich verlangte energischere und raschere Abstoßung des Silbers, der ersehr kühl gegenüberstand. So fand später die falsche Maßregel derSistierung der Silberverkäufe im Jahre ^87y einen viel größeren Vorrat,als dem rationellen Gang der Dinge Entsprach; und wenn wir auchheute diesen Silberrest nicht mehr als ein organisches Übel empfinden,so repräsentiert er immerhin einen unnötigen Verlust und einen häßlichenFleck auf der zum Glück rechtzeitig beschlossenen großen Münzreform.

November ^395.

L. V.