— 330 —
theoretischen Studien nachzugehen — unsern Dauk verdientfür die Anstrengung, mit der es Umfang und Bedeutungjener neu zufließenden Silbermassen ins Licht gesetzt hat.Aber das letzte Wort der großartigen Wandlung, die vorunsern Augen sich zu vollziehen beginnt, ist in jenen Vor-gängen nicht zu suchen, denn das erste, jene Wandluugahnende, Wort war ausgesprochen, längst bevor die uner-schrockenen Pioniere von Nevada mit ihren Spaten seinerVerbreitung den Weg abkürzten. Wir werden übrigensweiter unten sehen, daß die englische Kommission selbst sichdiesen Gedanken nicht verschließt.
Die Arbeit der körperlichen Verfeinerung gehört wesent-lich zur Kulturarbeit selbst. Bildung ist Verfeinerung, nichtam mindesten die Bildung der Sinne und der organischenThätigkeitswerkzeuge. Es läßt sich auch nichts feinermachen, ohne daß es zarter, empfindlicher, reizbarer, ebendeshalb in gewisser Weise schwächer wird. Selbst dieTierleiber verfeinern sich unter dem Einfluß der mensch-lichen Kultur. Ohne in das vielbeliebte Gebiet der vor-geschichtlichen Schöpfungsperiode uud der sie bevölkerndenNiesengestalten hinüberzugreifen, dürfen wir erwähnen, daßin geschichtlichen Zeiten der ungeschlachte Auerochs und derzottige Büffel in die dichtesten Wälder und in die unge-sundesten Sumpfgegenden zurückgedrängt worden sind; undwenn wir nur die schweren Rosse auf den Bildern frühererJahrhunderte mit den heute vorherrschenden Arten ver-gleichen, können wir als unbezweifelbar feststellen, daß auchhier eine Verfeinerung der Gliedmaßen sich ergeben hat.Unter den Menschen hat die wachsende Zahl der Wohl-habenden überhaupt, insbesondere die Zunahme der städti-schen Bevölkerung, das stets bequemer werdende Leben der-selben, und die immer weiter greifende Sittenausgleichungzwischen ihr und den Landbewohnern offenbar die Summe