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der .gegenwärtigen Arbeit läge, das Für und Wider dergroßen Währungsfrage theoretisch und geschichtlich darzu-stellen, so würden die in dieser Debatte vorgebrachten Ar-gumente eine reiche Ausbeute liefern. Allein die Grenzensind uns hier viel enger gesteckt. Es handelt sich blosdarum, am lebendigen Vorgang zu zeigen, wie wenig dieFortschritte, welche das einzig richtige Prinzip in der Weltgemacht hat, theoretischen Anstrengungen zu verdanken sind;wie die Verächter der theoretischen Erkenntnis Fuß um Fußzum Rückzug gezwungen wurden durch die Gewalt der bloßenThatsachen . So viel Belehrendes auch die Diskussion inallen ihren Teilen enthält, so würden wir doch auf eineselbst gekürzte Wiedergabe verzichten, wenn nicht der Hin-weis auf den Gang der Dinge in Frankreich hier nicht un-entbehrlich wäre, weil recht eigentlich zwischen dem, was unsererAnsicht nach das richtige, uud dem, was das falsche Prinzipist, auf diesem Boden die letzten entscheidenden Kämpfestattfinden. Beinahe alle Kulturstaaten sind zur reinenGoldwährung bekehrt; die einen stehen thatsächlich darin,die andern haben sich wenigstens grundsätzlich dafür aus-gesprochen, wenn ihnen auch die Umstünde noch nicht ge-statten, von ihrer Erkenntnis Gebranch zu machen. Zu derersten Kategorie gehören England, Deutschland, Schweden ,Norwegen und Dänemark; Portugal, die Niederlande könnendazu gerechnet werden, wenn schon der für letztere dahinzielende Gesetzentwurf uoch nicht alle Stadien durchlaufenhat. Als prinzipielle Anhänger haben sich erklärt Österreich ,Italien, die Schweiz und Nordamerika. Von Spanien wirdsoeben ein Gesetz nach derselben Richtung hin vorbereitet.Es verdient gewiß die höchste Beachtung, wenn mitten indieser allgemeinen Bewegung die reichste und gewerbfleißigsteNation des europäischen Festlandes, dieselbe, welche seitJahren die Welt-Münzreform betrieben und zuerst von
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