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Methode, darum zu den eigenen noch die fremden Fehlerzu fügen.
Zum Überfluß aber haben wir bereits die Erfahrunggemacht, daß nicht einmal schlechte Wahrung gegen jenenNachteil sicher stellt, vor dem hier gewarnt wird. Wenneine Nation von Wertverringerung ihres Münzmetallsüberfallen wird, fo muß sie, nm nicht das Opfer der Metall-svekulatiou zu werden, die Prägung einstellen; und wenndiese Maßregel mit einem ihr günstigen Stand der inter-nationalen Bilanz zusammenfällt, so verteuert sie demAuslaude die Zahlungsmittel, d, h. sie erschwert sich ihreeigene Ausfuhr. Dann stellt sich die Frage einfach so:mehr Waren ausführen und die Beschaffenheit des ganzeneigenen Geldumlaufs verschlechtern, oder weuiger Warenausführen und seiue innere Verkehrsgrnndlage rein nndsolid erhalten? So tauchte vor einigen Jahren die Fragein Holland auf, als dieser Staat notgedrungen die Silber-ansprügung aufgebeu mußte. Die Amsterdamer und Notter-dniner Großhändler jammerten, daß der auswärts gestiegeneWechselkurs auf Holland ihre Geschäfte vermindere. Dieholländische Gesetzgebung ließ sich aber wohlweislich dadurchuicht irre machen. Die verschlechterte Währung Hütte demganzen Lande und schließlich auch deu Großhändlern dengrößeren Schaden gebracht. Sie Hütten momentan mehrWaren verschifft, aber sie hätten dafür ein Geld erhalten,das binnen kurzem durch Wertverriugerung sie um mehrals den Nutzen am Exportgeschäft betrogen hätte.
Merkwürdigerweise ist unter der nicht geringen Zahl derer,welche gegen die reine Goldwährung neuerdings zu Feldegezogen siud, uoch keiucr mit dem Borschlag herausge-kommen, das Gold als Müuzmetall abzuschaffen und alleLänderausschließlich auf Silberkost zu setzen. Und das wäre dochder einzige haltbare Standpunkt! Auch unser Nntor mag