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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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der anderen hinabsteigen. Mit gutem Grunde macht unserVerfasser aufmerksam, daß, wie eine schlechte Währung alsSchutzzoll wirkt, eine gute den: eigenen Ausfuhrhandelentgegenwirken muß. Das läßt sich so weuig bestreiten, daßman entweder den ersten Satz nicht als richtig anerkennendarf, oder auch den zweiten gelten lassen muß; denn beideSätze sagen dasselbe, nur sagt es jeder mit anderen Worten,oder vielmehr jeder enthüllt die nämliche Wahrheit; dereine sieht die Sache vom Lande der schlechteren, der anderevom Lande der besseren Währung aus. Schlecht und gutsind hier relative Begriffe, sie setzen zwei in Handels-verbindung stehende Nationen voraus, von denen die einemit Geld von höherem inneren Werte bezahlt als dieandere. Sowie also feststeht und noch niemand hatdas bezweifelt daß die Industrie des mit unedleremGelde zahlenden Landes dadurch eine Art Schutzzoll genießt,so muß die diesseits der Grenze verringerte Einfuhr jen-seits der Grenze einer verminderten Ausfuhr entsprechen.Es kann niemand seinen Import hemmen, ohne den Exporteines Anderen zu erschweren. Wir stehen also hier voreinem richtigen Vordersatz. Nur mit der Nutzanwendungkönnen wir nicht einverstanden sein. Die österreichische unddie russische Papierwirtschaft üben ohne Zweifel den ebenbeschriebenen störenden Einfluß auf unseren deutschen Aus-fuhrhandel nach diesen Ländern aus. Aber es wirdniemand sich beikommen lassen, uns den Rat zn erteilen,daß wir deshalb auch iu die Papierwirtschaft eintretensollen. Und ebensowenig werden wir uns bestimmen lassen,das höherwertige Gold mit dem niederwertigen Silber znvertauschen, um jener schädlichen Rückwirkung auf unserenauswärtigen Handel zu entgehen. Die Welt ist einmal soeingerichtet, daß wir auch an den Fehlern der anderen mitzu leiden haben. Aber es wäre eine schlechte Heil-