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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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sich schon im Vorübergehen stoßen mnß, und die ihm ohneZweifel selbst zu denken gab:

Das Gold wird bei fortwährend zuuchmeuder Selten-heit nicht mehr imstande sein, seine bisherige wirtschaftlicheStellung einzunehmen," das heißt mit anderen Worten:es wird zu teuer geworden sein, um als Münznietalldienen zu können. Zu wenig und zu teuer ist hier dochoffenbar gleichbedeutend; wir werden sofort sehen, daß Süßselbst die Sache fo ansieht. Also kurz zu sagen: es drohtdem Gold die Gefahr, die Treppe hinauf zu fallen! Unddie Besitzer des Goldes werden dann dies gar nicht bittereGeschick zu teilen haben. Ehe aber der Zeitpunkt ge-kommen wäre, wo das Gold so selten geworden im Ver-hältnis zum Bedarf, daß es aufhörte, Münzmetall zu sein,wo es vielmehr nur noch dem Luxus dienen könnte, würdenotwendigerweise ein Zustand eintreten, in dem es, amSilber gemessen, einen viel höheren Preis als früher er-zielen müßte. Die Nationen, die Gold besäßen, würdendamit ein sehr gntes Geschäft machen. Sollte dieser Ge-danke etwas Abschreckendes für sie haben? Wahrscheinlichgiebt es in den mit der Goldwährung gesegneten LändernFiuanzminister, die bedauern, daß die Salomonische Lebens-frist ihnen keine Wahrscheinlichkeit läßt, bei Eintritt diesesschönen Augenblicks noch auf ihrem Posten zu sein.

Eines ist wahr und Süß bemerkt es mit Recht: esist für ein Volk nicht reiner Prosit, eine bessere Währnngzu haben als seine Mitvölker, oder um den Gedankenrichtiger auszudrücken: die schlechte Währnng der Mit-völker schafft anch dem Verlegenheiten, welches die besserebesitzt. Das ist einmal die Solidarität der internationalenWirtschast wie der Welt überhaupt; uur ist die Logikfalsch, welche uns bestimmen möchte, diesem Schicksal zuentgehen, dadurch, daß wir zu der minder günstigen Lage

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