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das gerade so lange gehalten wird, als es jedem einzelnenTeile beliebt, ja sogar, das zu halten meistens nach einiger^>eit gar nicht mehr in des einzelnen Beteiligten eigenerGewalt liegt! Darin darf man aber den Anhängern derDoppelwährung wohl beipflichten, daß ohne solchen Vertragein Heil für diese gar nicht zu finden ist. Sie steht undfällt mit ihm. Indem alle ihre Anwälte alsbald den Welt-vertrag herbeirufen, weuu die Haltbarkeit ihres Vorschlagsbestritten wird, bekennen sie geradezu, daß an ein stetiges,verläßliches, berechenbares Wechselverhältnis zwischen beidenMetallen fortan nicht mehr zu denken ist; daß die Fiktionzn Hilfe gerufen werden muß, um es aufrecht zu erhalten.Aber, ihr lieben Lente, wenn man mit Verträgen uudFiktioueu so schone Dinge fertig bringen kann, warnm nichtdann einen Schritt weiter gehen? Wozn braucht es dannSilber uud Gold? Nehmen wir doch ohne weiteres Papier,und wir haben sofort den Stein der Weisen gefundenund sind aller Schmerzen bar! Es ist nicht dasselbe, wirdman sagen. Ich bitte um Verzeihung: es ist ganz das-selbe! Wenn man durch Vertrag dekretieren kann, daß inder ganzen zivilisierten Welt 1 Gramm Gold genau so vielwert sein soll wie 15^ Gramm Silber <das Hnin?s et,äsini universal des famosen Don Cernnschi), obgleich aufdem Markte t Gramm Gold nicht unter l? Gramm Silberzu kaufen ist; wenn der Wille aller Kontrahenten genügt,dem Silber 10 Prozent mehr Geltung zn sichern, als esaus eigener Kraft bescht: wer kaun sie dauu hindern, demPapier, das gar niclM wert ist, dieselbe Geltung zu ver-schaffen? Der Verstand sträubt sich, ans eine solche Ein-richtung einzugehen. DaS kommt bloß daher, daß hier derWidersinn sehr dick aufgetragen ist. Es ist aber der gleicheWidersinn, welcher im anderen Vorschlag steckt. Wer ausnichts den kleinsten Strohhalm machen könnte, könnte auch