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falls wir Deutschen , auf Professor Süß' Vorschlag hörend,,gleichzeitig auch die Silberwährung bei uus wieder insLeben rufen wollten, also nichts abzugeben hätten. Undselbst wenu wir das nicht thäten, fondern, wie schon manch-mal angeregt wurde, unser überschüssiges Silber dem Nach-bar verkaufen wollten, müßte er es weniger mit irgendeiner Ausfuhr bezahlen, als wenn er Gold ans London ,New-Iork, San Francisco oder Melbourne bezöge? Warumsollte es ihm also schwerer werden Goldmünzen herzustellenals silberne? Vorerst giebt es noch Gold genug in derWelt, und ein Land, welches nicht erst, wie Deutschland ,sein Silber zu verkaufen braucht, sondern keines oder wenigim Umlauf hat, ist gewissermaßen nur um so besser daran.Sollte man dem Einwurf begeguen, daß Gold teurer seials Silber? Was heißt hier teuer, was wohlfeil? Vondem Augenblick an, da das eine Metall teurer ist, brauchtder Umlauf von demselben ebensoviel weniger, als er vondem wohlseileren mehr braucht. Denn nicht gewisse Ge-wichtsquantitäten, sondern Wertquantitäten erfordert derVerkehr zum Zweck der Tauschmittel. Und gerade je teurerein Metall, je geringere Gewichtseinheiten desselben manbraucht, nur dieselbe Werteinheit herzustellen: desto bessereignet es sich zur Erfüllung seines Berufs (wenigstens bisan eine gewisse Grenze). Das eben ist ja das Geheimnisdes siegreich vordringenden Goldes. Wenn beispielsweiseOsterreich heute beschlösse, zur Goldwährung überzugehenund Gold im Verhältnis zu alleu anderen Waren der Weltdadurch um fünf Prozent im Preis stiege, so brauchte derKaiserstaat auch nur neunzehn Zwanzigteile des Quantumszu beschaffen, dessen er ohne diese Steigerung bedurft hätte.Angenommen das Zirkulationsbedürfnis an gesunden Bar-mitteln für die Monarchie wäre, in deren jetziger Silber-münze ausgedrückt, zwei Milliarden Gulden. Nach dem