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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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die schwerere Münze ist kostspieliger; denn erstens kostet siebei der Anschaffung wie bei jeder Bewegung mehr Trans-port; nnd zweitens, je schwerer beweglich eine Münze ist,desto größere Wertqnantitäten von ihr braucht der Verkehr.Je leichter das Gewicht im Verhältnis zum Wert, destoschueller der Umlauf, je schneller der Umlauf, desto geringerist der Gesamtbedars. Das springt in die Augen.

Um einem möglichen letzten Einwand vorzubeugen, mageingeräumt werden, daß die Gesamtoperation der Be-schaffung alisreichender Gvldvorrüte zur Herstellung derBalnta iil einem großen Staate, also beispielsweise inOsterreich , sich nach der heutigen Sachlage nicht eben sorasch uud bequem vollziehen ließe, als der Ankanf größererSilbermassen. Es sind von dieser Ware größere entbehr-liche Borräte ans Lager als von Gold, nnd dement-sprechend würde der Käufer geriugereu Schwierigkeiten be-gegnen. Das kommt aber eben daher, daß heute keiner derHauptstaaten Silber verlangt, der laufende Barbedarf aufGold angewieseu ist. So lauge dies Verhältnis dauert,wird aber auch keiu vernünftig regierter Staat darandenken, sich eiue Silbervaluta zu gebeu. Die hieraufzielenden Vorschlage gehen alle von der Voraussetzung aus,daß es ausführbar wäre, dem Silber das aktive Bürgerrechtauf dem Geldmarkte dnrch gemeinsame Übercinknnft der Völker-zurückzugeben. Vou dem Moment an, da dies gelungenwäre, würde es aber anch nicht schneller gehen, MilliardenSilber aus dem Markt zu nehmen, als Milliarden Gold.Die Voraussetzung, daß der Silbermarkt so viel willigerwäre als der Goldmarkt, enthält eine ?st,itic> prineixii.Das Silber ist jetzt nur in großen Quantitäten vorrätig,anch wohl leichter auf Borg zu haben, weil es aus demaktiveu Dienst des Geldverkehrs ansgestoßen ist. So wiedieses Verhältnis in sein Gegenteil umschlüge, würden die