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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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dem sie uns an einer ungeheuren Masse und Zahl undMannigfaltigkeit von Goldlagern vorüberführt, drängtuns schon von selbst die Vorstellung auf, daß esvermessen märe, die Goldlager des australischen Erdteils,deren Existenz vor 30 Jahren noch nicht geahnt wurde, fürerschlossen, überschaut und annähernd berechenbar halten zu»vollen. Und ein Blick auf die Spezialkarte, welche die un-geheuren von weiten Goldfeldern übersäeten Distrikte auf-wärts des Südostens bis nördlich nach dem Busen vonCarpentaria Versinnlicht, muß vollends den Gedanken aus-schließen, daß die Arbeit der Pioniere auch nur die Grenzedes Reviers abgesteckt habe. Wenn man bedenkt, daß kaumseit einigen Jahrzehnten Spanien den europäischen Berg-leuten ungeahnte Schätze von Erz der verschiedenstenGattung speudet, daß die ganze metallurgische Industrievon Deutschland, Großbritannien und Frankreich noch inden letzten Zeiten durch den Betrieb spanischer Minen eineneue Gestalt angenommen hat; wenn man dazu in Betrachtzieht, daß gerade diese iberische Halbinsel der ältesten KulturEuropas bekannt und zwar insbesondere als Fundgrube fürMetalle bekannt war, dann ist es wohl erlaubt, Vorsichtzu empfehlen gegenüber einem System von Konjekturen,welches sein Netz über die kaum am Rande erschlossenen162 000 Quadratmeilen des ozeanischen Weltteils ausspannt.

Stellt man die Zahlen aus der Schilderung der ver-schiedenen Distrikte uach Wolff in einem Überschlage zu-sammen, so kommt man auf mindestens zehntausend Gänge,welche zum Teil schon jetzt untersucht und nach Horizontal-streckung, wie nach Teufe rentabel befunden sind. WieWolff für Australien , so spricht sich der bereits erwähnteBerichterstatter des preußischen Handelsministeriumsfür die ganze Gebirgsgegend des nordwestlichen Amerika dahin aus, daß das Reich der erzhaltigen Gänge erst mit