hoch, weil sie so viel in sich aufzunehmen und zu verarbeitenvermochte.*) Goethe sagt einmal, daß er das Meiste Shake-speare und Spinoza verdanke. „Reine Kultur" hat keinVolk, selbst nicht das chinesische, und die kultiviertestenVölker haben sie am wenigsten.
Wie nun gar aber die deutsche Kultur durch die Be-teiligung der beinahe seit den ersten Anfängen in Deutsch-land wohnenden Juden eine Mischkultur werden soll, istvollends ein Geheimnis. Welche fremde Kultur wird denndurch diese Juden zugeführt? Und gerade durch die Juden,welchen der Notschrei entgegentöut, weil sie sich in die Hör-säle der Mediziner, Juristen und Historiker drängen, weilsie auf deutschen Hochschulen studieren und im deutschenHeere dienen, d. h. ihre Nahrung an den beiden Brüstendes heutigen deutschen Gesamtlebens finden? Sie hörenbei Treitschke , bei Dühring und Adolf Wagner Vorlesungen,sie brechen sich sogar die Hälse für Richard Wagners Musik,und zum Lohn — o Undank! — werden sie beschuldigt,die deutsche Kultur in ihren Sack zu schieben, als wenn siedamit davonlaufen könnten wie mit einem silbernen Löffel.Haben sie wirklich so wenig führende Männer in Kunstuud Wissenschaft aufzuweisen, wie Treitschke sagt, so solltedas eher eine Beruhigung für ihn sein. Doch müßte man,bevor man die Sache selbst anerkennte, sich über den Sinndes Wortes „führende Männer" verständigen; und wennman die Berechnung anstellte, auf wie viele reine Ger-manen ein führender Mann kommt, würden die 500 000Juden wahrscheinlich sehr gut bestehen.
5) „Wir Deutsche würden noch ruhig wie die Amerikaner in unsernWäldern leben, oder vielmehr noch in ihnen rauh kriegen und Heldensein, wenn die Kette fremder Kultur nicht so nah an uns gedrängt undmit der Gewalt ganzer Jahrhunderte uns genötigt hätte, mit einzugreifen."(Herder, „Über den Ursprung der Sprache".)