Ein Reich, in welchem Delbrück und die Männerseiner Schule unbrauchbar geworden, dieweil die Geisterder Herren Wagener, Moritz Busch, von Thüngen-Roßbach,Gustav Godefroy, Mosle, Varnbühler, Baare u. s. w.als Orakel angerufen werden, ist nicht nach JedermannsGeschmack.*)
Endlich will es Manchem nicht als ein sonderlicherGewinn für die Bildung und Moral der Nation erscheinen,daß die leitenden Gedanken einer Politik in dem Geist undin der Sprache verkündet werden, welche in der Redaktionder „Norddeutscheu Allg. Zeitung" ihren Sitz aufgeschlagenhaben und von diesem tonangebenden Mittelpunkt aus sichweiter verbreiten.
Und bei so viel scharf geschiedener Denkweise in diesenund anderen wichtigen Dingen sollte es nicht gestattet, solltees nicht notwendig sein, daß die Wege sich scheiden? Ver-stehe ein derartiges Verlangen wer da kann! Am wenigstenbegreifen wird es gewiß der Mann, dessen erste Regungimmer dahin geht, Jeden als seinen Gegner anzusehen unddemgemäß zn behandeln, der einen ihm mißliebigen Ge-danken zu äußern wagt!
Müßte man nicht überall mit der ersten unreflektiertenEmpfindung rechnen, so wäre in der That schwer zu ver-stehen, warum irgend Jemand Ärgernis nehmen könnte andieser Trennung der Elemente, welche, so lange schon imStillen auseinanderstrebend, je länger desto heftiger inGährung gerieten und schließlich das Gefäß zersprengt
*) Wagener, ehemaliger Redakteur der Kreuzzeitung, Busch, Verfasservon „Fürst Bismarck und seine Leute", nachher Redakteur der „Grenzboten",von Thüngen , Führer der bayrischen Agrarier; Godefroy, HamburgerRheder, Hauptinteressent an den Pflanzungen auf Samoa und Schutz-zöllner; Mosle, vom radikalen Freihändler zum Schutzzollner bekehrterBremer Kaufmann; Varnbühler, ehemaliger Württcmbergcr Minister,Preußenhasser und Schutzzöllncr; Baare, Rheinischer Industrieller.