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bewerb in Handel und Wandel ist von der Werkstätte desEinzelnen in die Werkstätten der Gesetzgebung verlegt.Hier wird entschieden, wer etwas, wer viel oder nichts be-kommen soll. Von der Gunst, die man sich da erwerbenkann, hängt Gedeihen oder Mißerfolg ab. Wenn das Ge-setz nun einmal Gewinn und Verlust diktiert, wenn dergrößte Preis demjenigen beschieden ist, welcher am bestendiese neue Art von Geschäftskonjunkturen auszunützen weiß:ist da nicht Jeder, der nicht hinter seinesgleichen zurück-bleiben will, um seines Erwerbs willen darauf angewiesen,die Wege zu studieren und auszunutzen, welche am bestenzum Ziele führen? Muß er nicht sich seiner Haut wehren,um nicht von Anderen zurückgedrängt, muß er nicht siegen,um nicht besiegt zu werden? Herr Dittmar that für seineIndustrie nur das, was jeder Gewerbetreibende heute zuthun verlockt wird. Und wenn manch einer sich aus her-gebrachter altmodischer Sprödigkeit zu dergleichen Be-mühungen noch nicht entschlossen hat, so werden die glor-reichen Beispiele, welche ihm die letzte Neichstagssessionwieder geliefert, ihn darüber belehren, daß er entweder seinGeschäft aufgeben oder sich auch zu dieser ueumodischenPraxis entschließen muß. Höchst wahrscheinlich werdenwir infolge der jüngsten Erfahrungen bei künftigen Zoll-beratungeu noch mehr als bisher erleben, was schon unserBerichterstatter so deutlich ins Licht gesetzt und was derTag des 13. Mai 1885 so gar auffällig gezeigt hat: dieersten und zweiten Beratungen des Reichstags in Zoll-angelegenheiten werden zn einer bloßen Anstandszeremonieherabsinken, bei der mich die Gegner von Zöllen, des Par-lamentarischen Herkommens wegen, mit ihren Gründen zuWort kommen; aber jeder Kundige wird in Zukunft wissen,daß es noch weniger, als man sonst schon glaubte, aufGründe und Abstimmungen iu diesen Stadien einer aus-