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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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reich einbrechen sehen, heute würde er sagen die Prussiens.

Die Kunstbutter war noch nicht erfunden, aber dieÖlmüller von Flandern reichten allen Ernstes eine Petitionein gegen die Konzessionierung von Gasanstalten, die ihneneine illegitime Konkurrenz machten.

Schließlich kam es auch dort so weit, daß die Nimmer-satten der nationalen Wirtschaft von der Negierung schonhier und da im Interesse eines Minimums von öffentlichemAnstand gezügelt werden mußten.

Man sieht, auf Originalität kann das neue DeutscheReich des praktischen Christentums keine Ansprüche machengegenüber dem fränkischen Bourgeoisstaat der Restaurationuud der Julimonarchie. Nur in einem Punkte hat sich Frank-reich von jeher vorteilhaft vor Deutschland ausgezeichnet.Die Wissenschaft hat sich niemals zur unterthänigen Magdder Regierungsweisheit herabgewürdigt. Von dem hoch-mütigen Dreinreden wie von der servilen Anpassung aka-demischer Schulmeisterpolitik ist man jenseits frei geblieben.Während in der Staatspragmatik Frankreichs , abgesehenvon den sechziger Jahren, seit Anfang des Jahrhundertsdas Schutzzollsystem herrschte, ist die Wissenschaft, sowohldie offizielle als die freie, offen und ehrlich den Über-lieferungen der Smith-Sayschen Lehre treu geblieben. ImJahre 1848, kurz vor dem Ausbruch der Revolution, er-boste sich jener obenerwähnte Abgeordnete nnd Vizepräsidentder Kammer, Herr Mimerel, über dies Verhalten so sehr,daß er erklärte, er habe von der Regierung verlangt, siesolle einen Lehrstuhl der schutzzöllnerischen Nationalökononnegründen, um den Doktrinen, die im College de France ge-predigt würden, Widerspruch entgegenzusetzen. Bei uusbedarf es so grausamer Maßregeln nicht. Das Gesetz desakademischen Darwinismus fördert immer eine Anzahl streben-der Geister zu Tage, welche im Kampf ums Dasein sich den