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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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daß diese sich gegen solche Vereinfachung sträuben. Siewollen nicht, daß ihre Wohlthaten an die große Glocke ge-hängt werden. Denn nicht um es zu behalten, nur umes den armen Arbeitern wiederzugeben, lassen sie sich herab,dies Geld anzunehmen. Wie die Holzzölle nur gemachtwurden, damit die braven Holzhauer im Walde von denfürstlichen und gräflichen Waldbesitzern besser bezahlt werdenkonnten (hat man seitdem schon was davon gehört?), so sollauch das Korn verteuert werden, nur damit die Reichenden Armen in Zukunft mehr Brot geben können. AmSchluß der schönen Fabel vom Bienchen und der Taubeheißt es noch:

Du giebst dem Armen heut dein Brot,Der Arme wird dirs morgen geben.

Aber das muß jetzt umgeschrieben werden. Die Moralwird heute nicht mehr deu Reichen, sondern den Armengepredigt:

Du giebst dem Reichen heut dein Brot,Der Reiche wird dirs morgen geben.

Nous avoiis ellg-riAv tout, osla.

Wer die Wohlthaten alle aufzählen wollte, welcheheutigen Tages auf dieseu Wegen der Gesetzgebung erwiesenwerden, würde des Segens kein Ende finden. Da sindHandwerksmeister, die entdecken, daß dem Publikum schlechteArbeit für sein gutes Geld geliefert wird. Gleich fiud siedabei Sorge zu tragen, daß nur sie allein und keiner, densie nicht zulassen, für das liebe unvorsichtige Publikumarbeiten dürfe. Wer glaubte, daß sie das aus Eigennutzthäten, würde auch hier die wahre Seelengröße arg ver-kennen. Auch hier handelt es sich abermals nicht um Men-schen, sondern um ganz unpersönliche Wesen. Wie dort dieLandwirtschaft, so hier einzig uud allein das Handwerk, das