Druckschrift 
5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
Entstehung
Seite
268
Einzelbild herunterladen
 

268

das Werkzeug, dem sie ihre Erschaffung und Erhaltungverdankt, ist das Heer. An das Heerwesen lehnt sich daherder Staatsgedanke am engsten an. Das Heerwesen giebtdem Staat die Richtung; in ihm ist sogar der Partikularis-mus am besten überwunden, wie es einen großen Teil derbesten Intelligenz und Thatkraft der Nation in sich auf-saugt. Durch eine Ironie des Zufalls, die zugleich einentiefen Sinn hat, drängt zwar gerade das Kriegswesenimmer mehr zu der Methode hin, die im Wirtschaftswesenverschmäht wird. Die Taktik kommt mit jeder neuen Rich-tung einen Schritt weiter ab von den früheren Über-lieferungen der kompakt geschlossenen Massen; sie kommtzur Notwendigkeit, dieselben anszulösen und auf die Selbst-ständigkeit der Führer und des einzelnen Mannes den Nach-druck zu legen. Das vorwärts gehende Heerwesen ent-wickelte sich im Sinne des Individualismus, während derden Nährstand nach rückwärts drängende Geist ihn demErstarrungsprozeß der gebundenen Arbeit zuführen möchte.Doch das ändert nichts an dem nachhaltigen Eindruck, deudas stets vor Augeu stehende Bild der gewaltigen lebendigenKriegsmaschine auf den Geist des Volkes ausübe» muß.Sie zeigt ihm ein millionenköpfiges Wesen, welches, mitwunderbarer Einsicht und Energie zusammengefügt, zu-sammengehalten und geleitet, von einem Mittelpunkt auszu höchster Leistungsfähigkeit in Gang gesetzt wird.

IV.

Das imposante Gefüge, welches vom Einzelnen diehöchste Anspannung seiner geistigen und körperlichen Krastverlangt und dennoch die Führnng des Ganzen auf deneinen Mittelpunkt, das Oberkommando und den General-