an der Verachtung nnd Ausschließung alles Fremden solldas neue Nationalgefühl zn einer Flamme entzündet wer-den, die nur da hoch und herrlich lodert, wo alles anderean Gefühl uud Erkenntnis von ihr aufgezehrt wird.
Uud es wäre noch nicht am schlimmsten bestellt, wenndieser eine, einzige, überlegene, eisersüchtige Staatsgottauch nur durch einen einzigen Propheten zu den Glänbigenspräche. Denn die Klugheit, welche, selbst ohne Verblen-dung noch Leidenschaft, diese letztereu nnr als Werkzeugegebraucht, weisz ab- nnd zuzugeben, dämpft je nach denBedingungen der Lage bald da bald dort das Übermaß desFanatismus, wägt im einzelnen Falle ab, wo an Stellevon Drohung und Trotz, Lockung und Wohlwollen zn zeigenist. Und da der Geist der Gefolgschaft zur höchsten Voll-kommenheit des Gehorsams mechanisiert ist, so werden dieBewegungen rück- und seitwärts mit derselben Präzisionauf jeden Wink ausgeführt wie die Angriffe. Aber selbstwenn es Einseitigkeiten gäbe, die durchaus gut wären,konnte auch die größte Meisterschaft sich nicht vermesse»,sie vor der Ausartung ins Schlechte zu bewahren. Ge-schweige denn trifft dies sür Einseitigkeiten von so ge-mischter Art wie die geschilderten zu. Die Klugheit derLeitung, auch die verfeinertste, behält die heftigen Triebenicht in ihrer Hand. Thorheit und Falschheit fühlen sichmächtig augezogen von dieser Brutstätte der Leidenschaften,werfen sich ins Gewühl nnd ziehen bald einen Teil derMacht an sich; spotten selbst der Autorität, unter derenGunst sie anfänglich ausgezogen. Nun findet die Kunst,zu verfolgen und zu verfehmen, ihre Meister, die zu Gegnernwerden. Es wird Haß und Ächtung ausgebrütet nicht nnr,weil sie zur Staatsraisvn verwendbar erscheinen; aus demMittel zum Zweck wird Selbstzweck und Genuß. Ist esdoch bezeichnend, daß bereits Ohr und Herz der studieren-