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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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Weise gemacht, wäre es auf andere und bessere Weise ge-kommen. Das sind so ungefähr Betrachtungen wie die,was geschehen wäre, weuu die Griechen nicht bei Salamisoder die Germaueu nicht im Teutoburger Wald die Schlachtgewouneu hätten.

Gerade daß in der langen Reihe der Jahre alles Trachtennnd alle Versuche so elendiglich mißlangen, ist das besteZeugnis für das Verdienst Bismarcks, aber freilich anchdas schlimmste Zeugnis für die politischen Anlagen derdeutschen Nation. Uud hier komme ich auf das, was mirhier zu sagen das Wichtigste scheint. Statt Bismarck streitigzu machen, was er an wahrem Verdienst sich erworben hat,sollte mau jetzt mehr als je, um die ueue Wendung derDinge fruchtbar zu verwerte», die Frage auswerfen, welchenAnteil einzelne Gruppen und gewisse Schichten der Nationan dem Schaden haben, den uns sein Regiment hinterlassenhat. Nicht seinen Ruhm ihm abzustreiteu entspricht derWahrheit oder der Gerechtigkeit, wohl aber einen Teil derVerantwortlichkeit ihm abzunehmen für die Verderbnis, dieunter ihm hereingebrochen ist. Mit anderen Worten: Wäredie Nation politisch reifer gewesen, so hätte die BismarckscheWirtschaft nicht diese verhängnisvolle Wirkung ausübenkönnen. Weuu irgend einer, so war er der Mann, welchermit den vorhandene» Kräften überall zu rechnen verstand.Er ging nie weiter, als bis wo er auf uuüberwiudlicheuWiderstand traf, und sowie das geschah, lenkte er ein nndkehrte um, mit der Leichtlebigkeit nnd Konseqneuzverachtungdes Welterfahrenen, der da weiß: es kommt garnicht sovieldaraus au im öffentlichen Leben, vb Jemand in Widersprücheverfällt, ob er das Gegenteil sagt und thut von dem, waser früher gesagt oder gethan hat, wenn er nur die Mehr-heit im einzelnen Fall für sich hat, die Macht behält undallen dialektischen Widerlegungen mit der Behauptung der