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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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des Landlebens. Ja, diese Beschaulichkeit schmeckt vortrefflichund stellt sich noch lieblicher vor, solange man danebeneine Welt zu regieren hat. Kommt aber der schöne Tag,ohne die Weltherrschaft auf seinem Untergrund zu haben,dann schmeckt er dem machtgcwöhnten Gaumen doch verdammtfade. Das Abdanken ist noch selten gut bekommen, linddie Volksweisheit hat wohl recht, die da predigt: man sollsich nicht auskleiden, ehe man sich zu Bette legt.

Es wird behauptet, au der fatalen Fehlrechuuug seider Sohn wesentlich beteiligt. Dieser Sohn, welcher einigeder kleinen Fehler des Vaters in sich verkörpert (für diegroßen Fehler hat er nicht das Zeug), hätte wohl seinenrichtigen Platz in einem Werke der dramatischen Gerechtigkeit,dessen Hanptaktor, nachdem er so lange mit den Menschen,hohen wie niedrigen, wie mit PnPPen gespielt, schließlichvon seinem eigenen LieblingSgeschöpf in den Snmpf geführtwurde.

Es ist ja wahrscheinlich nicht richtig, daß der Konfliktzwischen dem Monarchen uud seinem Minister über einebestimmte einzige Meinungsverschiedenheit zum Krachen ge-kommen sei. Viel wahrscheinlicher ist nach inneren undäußeren Anzeichen, daß hier entscheidend derjenige Zustandwirkte, welchen der Ooäs Xg-xalson als Scheidungsgruudmit der Ineom^g-tidilirs ä'liuinkui- zwischen den Gattenbezeichnet. So viel scheint aber doch andererseits wiederfestzustehen, daß das Verhältnis zur Arbeiterfrage in demFortgang der Reibuugeu und Unverträglichkeiten den aus-schlaggebenden Ruck gegeben hat.

Für den, welcher seit Jahren gewohnt war, im Kanzlervorwiegend nur den Diplomaten und Taktiker zu sehen, demdie sachlichen Überzeugungen nie Beschwerden machten, hates eher etwas Versöhnendes, daß man hier einmal auf denKern eines inneren Widerstandes stößt. Es war ihm Ernst