Druckschrift 
5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
Entstehung
Seite
313
Einzelbild herunterladen
 

rcguug schöpfen zur Anwendung der darin enthaltenen Ideenans unsere deutschen Verhältnisse. Nirgends ist der Grund-satz der Grnndsal.llosigkeit sv zur offiziellen Staatsreligiongemacht worden wie bei uns von den Anhängern des FürstenBismarck in dem letzten Jahrzehnt seines Regiments.

John Morleh ist zngleich ein Manu von ausgezeich-netem Geist und Wisse», dabei eiu Mann des praktischenpolitischen Lebens. Seine Schriften, sowohl die historische»als die litterarische» und Philosophische», sind in hohemGrade das, was man mit einem modernen Wortsuggestiv"nennt. Sie eröffnen ununterbrochen neue Gedankenreihenund erwecken zu neueu Betrachtungen. Morley ist einerder weitest links geheudeu englischen Radikalen, und iveuudie Frage darauf gestellt würde, ob er sich für oder gegeuKompromisse erklare, müßte man eigentlich antworten: gegen.Er schließt sein Buch mit folgendeu Sätzen:

Es ist besser, wir warten uud verschieben die Ver-wirklichung unserer Ideen, bis wir dieselben vollständigrealisieren können, als daß wir die Znknnft betrügen, indemwir sie verstümmeln, wenn wir zum Zwecke eines zur Zeitnur teilweise durchzusetzenden Triumphes sie verstümmelnmüßte». Es ist besser, den Vorwurf eines unpraktischenVerhaltens ans sich zu nehmen, als Überzeugungen ab-zustumpfen nnd Grundsätze über Bord zu werfen, so daßAlles zn schlechthiniger Hohlheit nnd Trivialität wird.Was denn ist der Sinn und was der sittliche Gehalt einesHiutansetzens der höheren Nützlichkeit hinter die geringere?Nichts läuft so sicher darauf hinaus, eine Epoche der Ver-armung zn überliefern, dem Leben seinen Adel nnd den»Charakter alle Hoheit zu nehmen."

Weuu man »ach Lesuug dieser Schlußworte wiederdas Buch znrückblättert, sv wird man gewahr, daß sie »»rden Zweck habe» köuueu, alles das, was im Verlauf der