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die überschwängliche Berhimmelung des selbstherrscherischenBerufs der hvhenzollerischen Könige, die Anpreisung einervielversprechenden Sozialgesetzgebung uud die Vererbungder Kanzlerwürde aus seinen Erstgeborenen. Die Kraftdieses dreifachen Zauberbanns — in ii-iriitads i-odnr istsein Wahlspruch — sollte deu königlichen Schüler stähle»gegen Alles, uur nicht gegen den Meister und seineNächsten.
Welche wnnderbare Ironie klingt hente ans denWorten zurück, die Bismarck vor jetzt fünf Jahren am26. März 1886 dem Reichstag entgegenschlenderte, um ihmmit dem Appell an die preußische Königsmacht seines Nichtsdurchbohrendes Gefühl znm Bewußtsein zn bringen:
„Meine Herren, darüber lachen Sie; ich sage Ihnenweiter: wer zuletzt lacht, lacht am Besten. Sie führenuns in eine Situation, wo Sie gar nicht mehr hier seinwerden, uud dann mögen Sie wo anders lachen; aber hierwerden Sie ans die Dauer über deu König von Preußennicht lache» könueu; das sage ich Ihnen gleich."
Uud jene andere Rede, in welcher er ans Grnnd eigenerErsahrung ausführte, wie die Könige von Preußen beinäherer Bekanntschaft gewönnen!
Wie unendlich ferne lag die Möglichkeit solchen Rück-schlags auf ihn selbst, dem mächtig klngen Mann damals,als er das Kraftbewnßtsein des Thronfolgers in die extremsteHöhe zu steigern dachte, als er ihn vor eine mystische soziale,zu jedem Gebrauch elastisch verwendbare Aufgabe stellte,und ihm — ein in Deutschland nie erlebtes Nepotensystemeinführend — den eigenen, die ganze Stufenleiter derStaatswürden hinauf bombardierten, Sohn zur Seite gab.Gerade dies Kraftbewußtseiu der Krone hat dann Keinerin dem Maße zu kosten bekommen wie sein Verherrlicher;die Kousequeuzen des aufgeworfenen sozialen Problems sind