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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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nationalen Meute war das letzte Spektakelstück, welchesglückte und zur immer kühneren Übung dieser Knuste an-sporute. Nun schien uuter der ueueu Konstellation alleserst recht gelingen zu fallen, so sehr, daß die Zügel demSohn und designierten Nachsalger in der Kanzlerwürde an-vertraut wurden. Was dieser von der väterlichen Diplo-matie abgesehen, hat sich bei den Angelegenheiten vonSamoa, Wohlgemnth uud Moricr gezeigt, und danach darfman auf die Geschicklichkeit schließen, die er am Hofe ent-faltet haben mag.

Der alte König Salvmon der Weise stand eines Tagesauf der Zinne seiner Burg im Gespräch mit einem seinerBeamten. Plötzlich sah der letztere stieren Blicks nach einemfernen Punkt in die Höhe uud verfärbte sich. Was hastdu? fragte der König. Ach, rief jener zitternd, in diesemMoment gewahre ich, daß von dorther der Engel des Todesgeraden Weges auf mich herabfährt. Großer Köuig, du be-fiehlst doch alleu Geistern des Himmels und der Erde, ge-biete einem Geiste der Lust, daß er mich rasch weit vonhier wegtrage. Salomons Majestät war an jenem Tageguter Dinge und mochte dem Mauue diesen kleiueu Dienstnicht abschlagen. So befahl er dem Morgenwinde, ihnschnurstracks nach dem Innersten von Afrika zu tragen(welches schou dazumal das dunkle Laud gewesen zn seinscheint). Eben, da er verschwunden war, fuhr der Tvdeseugelvor dem König nieder.Warnm machst dn ein so ver-blüfftes Gesicht?" redete ihn dieser an.Wie sollte ichnicht verblüfft sein," erwiderte der Engel,wenn ich ebennoch an deiner Seite einen Mann stehen sah, den mir Gott heute früh befohlen hat alsbald im Innern von Afrika zuholen?"

Diese Geschichte ist mir seit einem Jahre oftmals ein-gefallen.