Druckschrift 
5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
Entstehung
Seite
336
Einzelbild herunterladen
 

konzentriert, deren Übermaß im Dienst eines falschenSystems dem Land zum Schaden ward. Aber dieser That-bestand selbst war doch nur die Wirkung seiner anßerordent-lichen Persönlichkeit und mußte früher oder später mit ihrzu Ende gehen. Dagegen ist das Prinzip derjenigen per-sönlichen Macht, der wir seinen Sturz verdanken, eben weiles ein Prinzip ist, unsterblich. Momentan mnß der Tauschwie eiu Gewiuu erscheinen; im Prinzip zeigt er einen or-ganischen Schaden, für deu allerdings Bismarck selbst ammeisten verantwortlich ist.

Er hat es selbst so gewollt, aber auch uicht gedacht,daß es gegen ihn sich wenden könne. Wir aber werden,wenn anch nnr an Ungewißheit unserer Zustände, noch un-berechenbar daran zn tragen haben. Manches hat sich ver-ändert in der kurzeu Frist eiues Jahres, uud vou Zeit zuZeit wird mit ganz annehmbaren Belegen uns vorgerechnet,wie es doch in vielen Dinge» besser geworden sei. Aberden Charakter der Dauerhaftigkeit hat nichts von alledemund kann es nicht haben; es sind Geschenke des Augenblicks,die der nächste Augenblick wieder entziehe» kann. Zwar istja kein Endliches einer bestimmte» Dauer gewiß; aber esist doch »och ei» uiächiiger Unterschied, ob die Geschickeeines großen Reichs nur dem allgemeinen Schicksal irdischerWandelbarkeit unterliegen, oder ob sie in eiu psychologischesGeheimnis eingewebt sind, für das jeder Tag ei»e andereLosung bringen kann. Dieser ungesunde Znstand des ge-stimmten Staatslebens ist aber noch besonders belastet mitallen Übeln der Bismnrck'schen Erbschaft, mit allen Schäden,welche eine immer nnr auf den nächsten Moment gerichteteParteipolitik allmählich groß gezogen hat. Der ,^»lt»rkampfzuerst uud der Rückzug aus demselben sodann habe» dieZentrumspartei zur Herrin der Parlameutarischeu Situationgemacht, eine Partei, die aus der sonderbarsten, aber gewiß