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III,
Als er die Nachricht vom Tode Walleiisteins erhielt,schrieb der kardinal Richelieu in sein Tagebuch: „Der guteoder der schlechte Ruf häugt ab von der letzten Periode desLebens, das Gute und das Schlechte überträgt sich auf dieNachwelt, und die Bosheit der Menschen macht, daß'sie eherdas eine als das andere glauben*)."
Wer will sagen, ob es dem Fürsten Bismarck noch einmalgelingen wird, sich des Regimentes im Reich zu bemächtigen?Er selbst glaubt sich uicht am Eude seiner Laufbahu; undmag man auf Gruud der besonderen thatsächlichen Umständesich für oder gegen die Möglichkeit seiner Rückkehr an dieSpitze der Geschäfte entscheiden: unsre Tage haben so vielfür unmöglich Angesehenes erlebt, daß schon aus diesem all-gemeinen Vorbehalt heraus jedes unbedingte Nein gewagterscheint.
Nur soviel ist gewiß: wäre nicht geschehen, was vorherselbst für undenkbar galt, wäre nicht der gewaltige Mannbei ungeschwächter Gesundheit, gegen sein äußerstes SträubenPlötzlich in die Stille des Privatlebens entrückt worden,die Mitwelt zunächst hätte sich ein ganz anderes Bild vonseinem Charakter gemacht, als sie jetzt thut. Ich sage ab-sichtlich die Mitwelt, und ich glaube, daß auch der großekardinal mit dem Worte „Nepntatiou" uicht sowohl dasspäte Urteil der Geschichte als den Eindruck gemeint hat,wie er sich bei dem Hinscheiden eines bedeutenden Menschennach seinem letzten Bilde in den Angen der Zeitgenossenfixiert. Wie paßt das z. B. gerade auf die Stimmung beimTode Windthorsts! — Auch da? schöne Wort, die Weltgeschichte
5) I^a, donns ou la, ma-uvaiLS i'sMtation uspsnä us lü, Zsi'nisi'väs la, vis, Is dion st Is mivl M«8v !^ xostsi'its st I» m^Iiosäs« Iioimiiss üut erviro plntüt, 1'uu aus 1'a.uti'ö.