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staatliche Einheit im letzteil Moment unter Dach zu bringen,selbst mit einigen Schäden verunstaltet, als eine so wichtigeGrundlage ins Ungewisse hinauszuschieben. Denn schondamals suhlte man, das; von oben der Geist wehte, derspäter auch aussprecheu konnte, im Grnnde konnte man dasReich wieder ans die rohe Basis des Zollvereins und derMilitärbündnisse zurückführen. Diese Eigenart der Persön-lichkeit muß man sich auch vergegenwärtigen, wenn mansich das Verhalten des Kanzlers nach seiner urplötzlichenEntfernuug aus Amt und Macht vorstellen nnd nach seinemeigenen Maßstab messen will. Alles Ärgernis nnd alleTrübsal, welche im Kreise der Verehrer über die Art, wieder Entthronte sich aufbäumt, umgehen, sind das Produktder greuzeuloseu Naivität, welche diese Verehrung charak-terisierte. Man hätte erwarten dürfen — so konnte manallenthalben unter schweren Seufzern flüstern hören —daß ein so großer Mauu sich mit Würde in sein Loos zuschicken wissen, daß er namentlich nicht die Rücksichten derunbedingten Unterwerfung unter den Willen des königlichenHerrn, die er allezeit für die einzige Richtschnur seinesLebens erklärt habe, so schroff verletzen würde. In ihrerrührenden Unschuld hatten die Verehrer auch sofort denherrlichen Einfall ausgeheckt, den Teller zum Sammeln fürein Staudbild iu Umgaug zu setzeu, als ob dem Fürsten für die Zukunft nur uoch die einzige Revanche in Aussichtgestellt werden sollte, in totem Erz vom steinernen Posta-ment herabznsteigcn, falls irgend ein bebender Lepvrelloihn zum Gastmahl seines Herrn einzuladen käme. Siehatten sich vorgestellt, er werde sich bücken uud ducken wiedie Herren Minister, seine ehemaligen Kollegen, denen er,unsanft wie er ist, mit schroffer Handbewegnng den Sesselvor die Thür geschoben hatte, nnd die danach sich be-gnügten, im Sonnenschein seiner Hnld ein abhängiges oder