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harmloses Dasein fortzuführen nnd bei seinen Frühschoppenzn Gaste zu sein.
Da hatten ihn die alten Gegner in der That richtigertaxiert als diese treueu Klageweiber seiues Anhangs. Früherkonnte man gerade in gewissen Regionen dieses Anhangs,besonders unter Künstlern und Schriftstellern, welche sichauf ihre Wahlverwandtschaft mit dem Krnftgenie im Stillenetwas zn Gute thaten, Äußerungen hören, welche es fürphiliströs erklärten, von einem solchen Manne eine Ge-rechtigkeit oder Moralität kleinen Stils, nach dem Zuschnittbürgerlicher Prosa, zu verlangen. Dafür ging nun seit demSturz der Genuß des Wohlgefalleus auf die alten Gegnerüber. Seitdem seine Genialität nicht mehr gemeinschädlichwirken kann, ist für diese die Zeit gekommen, ihre künstle-rische Freude an derselben zu haben, und sie finden esganz konsequent, das; der Mann, der so lange aller Rück-sichten nach der einen Seite gespottet hatte, nun auch nachder auderu sich keinen Zwang anthut. Ganz närrisch istdas Gezeter über deu uugeuierten Gebrauch, deu er vonallen beliebigen Werkzeugen macht, um sich seiner Hant znwehren. Das war doch immer so gewesen. Niemals warJemand weniger wählerisch in der Verwendung seiner leben-digen oder sachlichen Werkzeuge, Kommunisten oder Revo-lutionäre, Bauernbriefe oder Käseblätter, sobald sie nurdem Zweck des Augenblicks brauchbar erschienen. Und nunsoll es auf einmal so schrecklich sei», das; er sich vou fran-zösischen und russischen Journalisten interviewen ließ.Nein, dem ward nie „unheimlich" zu Mute, wenn ihmEiner Hilfe bvt. Er stand viel zu fest in sich und wnßtezu gut, was er wollte, um solche» Anwandlungen zugäng-lich zu sein.
Selbst für die rückwärts greifende Beurteilung derHandlungsweise früherer Tage darf dieser nngeberdig, auch