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legte dem Brief den Text und die Noten der Marseiller Hymne bei, wozu der Berichterstatter Prudhomme in seinen„Nsvolritions 6s ?g,ris" die Bemerkung macht, es sei einthörichter Brauch, alle Ehren eines Sieges auf ein außer-halb der Welt residierendes Wesen zu häufen.*)
So sehr es zu denken giebt, daß der russische Kaiser,doch gewiß im Sinne des Liedes ein „Tyrann", sein Hauptandächtig vor dem Lied gegen die Tyrannen entblößt, so istdabei seine Rolle noch weniger komisch als die der Republi-kaner , welche ihm huldigen. Ist doch kaum ein Jahr insLand gegangen, seitdem die unbeugsame Tugend der strengenRevolutionäre von Paris die Aufführung eines Stückes**)hintertrieb, in welchem die Schreckensmänner der September-tage und des Thermidor etwas unsanft charakterisiert waren,nnd die strammen Freiheitsredner der Kammer ergingen sichdamals in den feurigsten Tiraden gegen die, welche einenMakel an Robespierre oder St. Just zu finden wagten. Indem oben erwähnten Bericht Prudhommes heißt es ausAnlaß der Gerüchte über Verhandlungen mit dem preußischenHauptquartier: „Die Großmut Frankreichs bestimmt das-selbe, allen Völkern die Arme zu öffnen, aber sie gestattetihm nicht, den Königen nachzulaufen ,cls rczellki-olisr Issrois'." Ob Wohl Kaiser Alexander, welchen die französischeFlotte doch jetzt recherchiert hat, milder über die Bergparteides Konvents denkt als der Dichter Sardou? Aber derZweck heiligt eben das Mittel, und eine Republik brauchtsich in allen Stücken weniger zu genieren, als ein legitimerFürst. Schon die erste hatte sichs nicht verdrießen lassen,den Tyrannen und ihren Dienern den Hof zu machen, wenn