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etwas dabei in Aussicht stand. Jene Verhandlungen mitFriedrich Wilhelm II. wareu allerdings recht ernst in derStille betrieben, und es wareu dabei die Huldigungen anden aufgeklärten König und seiuen „tugendhaften Manstcin"dick aufgetragen worden. Genau, wie man sich jetzt mitdem Gedanken kitzelt, au Rußland einen Alliierten gegenDeutschland zu erschmeicheln, nährte man damals die Hoff-nung, Preußen mit Liebeserklärungen zum Bund gegenÖsterreich zu bereden. Aber, wie wir wissen, hatte wenig-stens der Geist jener Zeit wirklich seinen Zauber auch aufgewisse Regionen der deutschen Höfe uud Aristokratie er-gossen, nnd die Selbstbelttgung einer inneren Sinnes-verwandtschaft war nicht einmal so kraß wie die, welcheheute die Klänge der russischen uud der Marseiller Hymnezusammen ertönen läßt. Welche Angriffe und Bosheitenmußte sich der Julikönig Ludwig Philipp gefallen lassen,als er sich den europäischen Monarchen angenehm zn machensuchte, um sie mit seiner Dynastie zn versöhnen! Wenn ersämmtlichen Kaisern nnd Königen der Welt ein Zehnteiljener liebedienerischen Verzücktheit entgegengebracht hätte,mit welcher jetzt ein russischer Großfürst in seiner Badekurvou der Republik umworben wird, die tugendhaften Re-publikaner jener Tage wäreu vor Scham iu die Erde ge-suukeu.
Aber weuu man einen heutigen der Republikaner uutervier Augen zur Rede stellte, so würde er vhue Verlegenheiteinräumen, daß dies alles nur eine Komödie sei; es gelteeben nur den russischen Kaiser mit den Blumen französischerLiebenswürdigkeit so zu umwiudeu, daß er sich fortreißenlasse, seine Heeresmacht für die Eroberung von Elsaß-Lothringen einzusetzen. Uud was Einem so unter vier Augengesagt würde, ist eigentlich doch ein öffentliches Geheimnis,das Niemand zu verleugueu für nötig hält. Denn mehr