nur eine uralte, wieder nen aufgelegte, vermehrte und ver-besserte Ausgabe freundnachbarlicher Falschheit? Wer willes mit Bestimmtheit sagen? Beunruhigen könnte, daß FürstBismarck , desseu Werk und Hinterlassenschaft doch ganz undgar die Situation von heute ist, sich bemüht, die Verant-wortlichkeit sür dieselbe von sich ab uud auf seinen Nach-folger zu wälzen. Wenn nach seiner Ansicht was Gutes zuerwarten stände, würde er das sicher uicht thun.
II.
Von Kronstadt nach Bagamoyo ist ein weiter Sprung.Aber was bringen nicht die Erfindungen der Neuzeit Alleszu Stande! Eine solche nnd der schönsten eine ist die deutscheLotterie zur Befreiung der Negersklaven. Ich will bei dieserGelegenheit ein Geständnis machen, und ich schmeichle mir,damit den meisten meiner Leser aus dem Herzen zu sprechen.Ich habe niemals an den Ernst der Versicherung geglaubt,daß bei den vom Deutschen Reich bewilligten Millionen dieLiebe zn den Negern die wirkliche Triebfeder gewesen. Siewar nie etwas anderes als ein schönrednerischer Vorwand.Man kann von der aufrichtigsten Empörung und dem tief-sten Mitgefühl für die uuglücklicheu Opfer erfüllt sein,ohne deswegen ans den Gedanken zn kommen, die hartgenng angespannte Stenerkraft des eigenen Staates für sieeinzusetzen. England hat nur die Sklaven seiner Kolonienehemals mit großen Geldopfern freigemacht, was mit dendeutsch -afrikanischen Expeditionen unserer Tage gar nichtsgemein hat. Die Kougvverträge verpflichten nicht mir nichtzu solchen Expeditionen, sondern kein einziger der übrigenan ihnen beteiligten Staaten hat zu dergleichen die Steuern