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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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antwortlichkeit in einer so entscheidungsschweren Sache magnoch verschärft worden sein durch die Erwägung, daß dieanderen Staaten Nordamerika, Frankreich, England sich so ungemein freuen würden, wenn Deutschland sich inden bimetallistischen Abgrund stürzen wollte. Ein Übermaßvon Segen des Auslandes hätte selbst einem weniger ideo-logeu Minister des Auswärtigen zur heilsamen Wnruungdienen könneu. Nicht klein war dabei gewiß das Verdienstdes Finanzministers von Scholz, der, seitdem er Unterstaats-sekretär des Reichsschatzamtes geworden, mit großem Ernstund der ganzen Schärfe seines Verstandes in die Materieeingedrungen und ein überzeugter Anhänger der Goldwäh-rung geworden war. Ferner gebührt eine besondere Aner-kennung einem Manne, der in dieser Jdeenverbindung nichtgenannt zu werden Pflegt, aber auf Erwähuung ein gutesRecht hat, nämlich dem deutschen Diplomaten Herrn vonThielmann, der Deutschland ' auf der JnteruatioualenPariser Münzkonferenz im Jahre 1881 vertrat und daselbstmit ausgezeichneter Sachkenntnis und Gewandtheit dendeutschen Interessen diente.

Der Winterschlaf, in welchem die Münzreform seit1879 über ein Dutzend Jahre, vom Geräusch der Kriegs-führung in Rede und Schrift unberührt, gelegen hatte, solltenun endlich im Herbst 1391 unterbrochen werden. Dieserste Lebenszeichen einer verantwortlichen Regnng ist demjetzigen Ministerium Caprivi und seinen Räten im Reichs-schatzamt zu verdanken, und man geht wohl nicht fehl,wenn man daraus, sowie aus mancherlei Wendungen, dieim Lauf der letzten Reichstagssession vom Regierungstischgefallen sind, den Schluß zieht, daß die Geneigtheit besteht,unter erträglichen Bedingungen uns überhaupt von einemReste überflüssigen Silbers zu befreien.

Als eine solche Gelegenheit war seit dem Erlaß des