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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
Entstehung
Seite
382
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unter Zugrundelegung des entsprechenden Marktpreises,den Vorrat von deutschen Thalern österreichischen Ge-präges mit einem Minus von beiläufig zwanzig MillionenMark.

Aber über den Nachteil dieses Verlustes*) geht weit-aus der Vorteil, daß mit der Erbschaft des Jahres 1879in bedeutungsvoller Weise aufzuräumen begonnen wird.In gegebener Zeit wird die Reichsregierung auf Grund derhier besprochenen Maßnahmen die österreichischen Thaleraußer Verkehr setzen und den Rest, der nicht an Österreich abgegeben wird, einschmelzen. Damit verschwindet wiederein Teil der Silberthaler, die gegen die Absicht und denSinn der Reichsgoldwährung als vollwertig gelten. Daßdann noch ein Rest in den Kellern der Bank, und einanderer in den Händen des Publikums bleibt, ist zwar un-schön uud falsch. Aber gefährlich ist es nicht. Ob dieetwa zweihundert Milliouen Mark, die noch im Lande um-gehen, als Dreimark- oder als Zweimarkstück dienen, hatnichts auf sich. Da die Fünfmarkstücke weder in Gold nochin Silber, noch in Reichsschatzscheinen genügend vorhandensind, so mag sogar ein Dreimarkstück, obgleich nicht insDezimalsystem Passend, seinen Nutzen haben. In der Neichs-bank werden nach dem Verschwinden der achtundsiebenzigMillionen Österreicher weniger als zweihundert MillionenMark in deutschen Thalern bleiben, uud da der Goldvorratdaselbst zwischen 600 und 800 Millionen Mark schwankt,in den Privatbanken, im Publikum und im Juliusturm da-neben sich noch etwa achtzehnhundert Millionen befinden,so sind wir damit der effektiven Reichsgoldwährung ganznahe gekommen, wie die große Münzreform sie wollte, und

^) Es ist überhaupt kein Verlust, der durch die Realisierung ent-steht, sondern einer, der durch .sie liquidiert wird. Bestehen thut er sowie so.