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von 1815 hoben sich die Finanzen, aber im Laufe derJahre gelang es trotz einer Reihe von Anläufen nicht, zurvollen Barzahlung zurückzukehren. Im Jahre 1816 wurdedie österreichische Nationalbank gegründet, und mit ihrerHilfe eine Beseitigung des Staatspapiergeldes versucht, dieaber gleichfalls nie zum Abschluß kam. Neben den Bank-noten, welche ihren vollen Nominalwert österreichischerSilbergulden repräsentierten, blieb das Papiergeld, dieWiener Währung, im Umlauf, welches allmählich von derBank im Verhältnis von 250 für 100 Gnlden bar oderNoten eingezogen werden sollte. Aber die dadurch an-wachsende Notenmenge verlor infolge immer neuer Ansprüchedes Staates an den Bankkredit ihre solide Grundlage, undals die Katastrophe von 1848 hereinbrach, trat alsbald dieNotwendigkeit ein, die Einlösung der Banknoten gegen barzu suspendieren und letztere mit Zwangskurs zu versehen.Seit jener Zeit wurden die Versuche, aus der Wirrnis auf-zutauchen, mehrmals erneuert, aber jedesmal schien sichein besonders boshaftes Geschick darauf zu verlegen, im ent-scheidenden Moment politische Ereignisse heraufzubeschwören,welche gerade vor Thoresschluß die guten Vorsätze zu Schan-den machten; so namentlich kurz vor dem Schluß des Jahres1858, für dessen ersten November die Barzahlung ange-kündigt war (und auch scheinbar einen Moment verwirklichtwurde), als der berüchtigte Neujahrsgruß Napoleons III. das Signal zum italienischen Kriege gab. Im Jahre 18K«ischien der Nationalbank der Augenblick für die Beseitigungdes Zwangskurses gekommen, als der Krieg mit Deutschland ausbrach.
Auch zwei Münzverträge mit fremden Nationen sindzu verzeichnen. Im Jahre 1857 wurde mit den Staatendes deutschen Zollvereins jene Übereinkunft getroffen, answelcher die im vorigen Abschnitt besprochenen Thaler öfter-