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kennungen seiner Leistungen überreicht. „Es war das ersteGeld, für das ich sozusagen eine unmittelbare Verwendungnicht hatte.“
Aber Rathenau will vorwärts. Er findet bei Borsig zu „wenigSpielraum für die freie Entfaltung eigener Gedanken“. Diedeutsche Industrie steckt noch in den Kinderschuhen, undRathenau sieht in seiner Tätigkeit in einem deutschen Werk nichtdie genügende Möglichkeit, sich zu entfalten. Er will lernen undist der Meinung, daß er damit nicht nur sich selbst, sondernj>"ch der deutschen Wirtschaft dienen kann, die im Ausland sichnoch die Lehrmeister suchen muß. So verläßt er schon nach einemhalben Jahr die Borsigsche Fabrik und geht mit EmpfehlungenBorsigs ausgerüstet nach England, wo er bei verschiedenen Ma-schinenfabriken arbeitet.
Reich an Erfahrungen kehrt Emil Rathenau nach zweijährigerTätigkeit nach Berlin zurück. Seine Eltern hatten auch denWunsch geäußert, ihn nach so langer Zeit einmal wiederzu-sehen. „Ein wohlsituierter und tüchtiger Fabrikbesitzer“, soberichtet Felix Pinner in seinem Werk „Emil Rathenau und daselektrische Zeitalter“ (Leipzig 1918), „das war das Ziel, das denEltern vorschwebte, und das sich immerhin um eine wesentlicheSpielart von den Lebens- und Wirtschaftbedingungen unter-schied, die sonst in den damaligen jüdischen Kreisen Berlins undDeutschlands üblich waren.“
Gemeinsam mit seinem Jugendfreund Julius Valentin kauftEmil Rathenau im Jahre 1865 für 75000 Taler die kleine Ma-schinenfabrik von M. Weber in der Chausseestraße. Im gleichenJahre verheiratet er sich mit Mathilde Nachmann, der Tochtereines wohlhabenden Frankfurter Bankiers. Auch Valentin hei-ratet, und die beiden Familien beziehen gemeinsam ein Wohn-haus, das sich auf dem Fabrikgelände befindet. Die Fabrik vonWeber baute, als Rathenau sie übernahm, hauptsächlich Ma-schinen für die königlichen Bühnen. Es charakterisiert ihn un-gemein, wenn er in seiner Selbstbiographie schreibt: „MeinInteresse für diese Arbeiten war gering, weder die Bühne nochdie Balletteusen, für deren Gruppendarstellungen schmiede-eiserne Konstruktionen dienten, übten eine Anziehungskraft