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Loewe-Konzern erworben worden und bildet noch heute denHauptbestand des Loeweschen Unternehmens. Rathenau hatdas Glück, ohne jeden persönlichen Schaden sich zurückziehenzu können. Dank seiner übergroßen Vorsicht und seiner Scheu,auch nur eine einzige Aktie seines eigenen Werkes zu erwerben,geht er aus seiner Tätigkeit als Berliner Fabrikbesitzer mit einemVermögen von 900000 Mark heraus. Das Erlebnis der miß-glückten Umwandlung der Weberschen Fabrik und der Selbst-mord seines Schwiegervaters Nachmann, der auch ein Opfer derGründerjahre wird, beeinflussen Emil Rathenau sein ganzesLeben hindurch in seiner Stellung zu den Banken und legen denGrundstein zu der genialen Finanzpolitik, die er später als Grün-der eines Weltkonzerns treibt.
Der Mann, der jetzt auf der Höhe seines Lebens steht, bleibtfast ein Jahrzehnt ohne bestimmte Beschäftigung. Innerlich warer niemals von seiner Tätigkeit als Berliner Fabrikbesitzer be-friedigt. Er fühlt das Zeug in sich zu etwas Besonderem, aber erhat das eigentliche Feld seines Wirkens noch nicht erkannt.Kein Wunder, daß er in der Familie und in den Kreisen derBerliner Wirtschaft als ein Phantast gilt. „Im Jahre 1875 wardie Auflösung der ,Berliner Union' vollendet, und nun tat dersiebenunddreißigjährige Rentier, der seinen wahren Beruf nochnicht gefunden hatte, eigentlich acht Jahre — sonst die pro-duktivsten Jahre des Manneslebens — nichts Bestimmtes, wennman eben für das unablässige Suchen und das leidenschaftlicheLernen eines reifenden Charakters den Ausdruck ,nichts Be-stimmtes tun' gebrauchen will . . . Rathenau wartete — inner-lich betrachtet — nicht aus Unentschlossenheit, sondern ausPrinzip ... Es waren nicht Jahre der inneren Klarheit, derbewußten Selbstzügelung und überlegenen Voraussicht, dieEmil Rathenau damals durchmachte, sondern Jahre des innerenKämpfens und Ringens.“ (Felix Pinner)
1876 reist Emil Rathenau von Valentin begleitet nach Amerikazur Weltausstellung in Philadelphia. Wie Ludwig Loeweempfängt auch er von der amerikanischen Technik die größtenAnregungen. Auf der Ausstellung sieht er zum erstenmal einTelefon, begeistert sich für den Fernsprecher und versucht, diese