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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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Einrichtung als erster in Deutschland einzuführen. Nach Berlinzurückgekehrt, entschließt er sich aber, keine Telefonfabrik zubauen, sondern bewirbt sich nur um eine Konzession für eineBerliner Telefonzentrale. Er findet aber weder bei dem Polizei-präsidenten von Madai noch bei dem Generalpostmeister StephanGegenliebe. Niemand schenkt dieser neuen Erfindung Vertrauen.Endlich erreicht er es, daß Stephan ihn beauftragt, in dem Post-amt in der Französischen Straße eine Sprechstelle einzurichten.Irgendeine Vergütung zahlt ihm das Reich nicht. Zunächstmelden sich nur zehn Teilnehmer, unter ihnen als einer der erstenGerson von Bleichröder. Als tausend Anschlüsse hergestellt sind,verläßt Rathenau dieses Unternehmen, ohne einen Dank dafürzu erhalten. Er hat den Grundstein zu einem der wichtigstenMittel des modernen Wirtschaftslebens in Deutschland gelegt.Aber tief niedergedrückt über den neuen scheinbaren Mißerfolgseines Lebens wendet er sich neuen Plänen zu.

Abermals begibt sich Rathenau auf Reisen. Er braucht, wie erselbst sagt,geistige Luftveränderung. Auf seinen Reisen knüpfter manche Bekanntschaften an, die ihm dienlich werden. So lernter im Bad Alveneu in der Schweiz Werner Siemens kennen undgibt ihm die Anregung zur elektrischen Beleuchtung Berlins, ohnedaß man ihm folgt. Er hat kurz vorher in Paris die strahlendeelektrische Beleuchtung der Avenue de lOpdha bewundert. Aufder Pariser Elektrizitäts-Ausstellung 1881 sieht er EdisonsKohlenfadenlampe.Wie der Fernsprecher in Philadelphia, soerzählt er selbst,packte mich die Erfindung des berühmtenEinsiedlers von Menlo-Park. Mit feinem Fingerspitzengefühlspürt Rathenau sofort die Bedeutung dieser Erfindung. Mitgenialer Intuition erblickt er in ihr einen Wendepunkt für dieElektrotechnik, hier schärfer sehend als der Erfinder Edisonselbst, aber auch als Siemens und dessen Mitarbeiter. Jetzt trittauch ein entscheidender Umschwung in Rathenaus Leben ein.Die Verwertung der Edisonschen Erfindungen erscheint ihmals Ziel seines Lebens. Nach langem Suchen und Umhertastenglaubt er nun endlich seine Bestimmung gefunden zu haben.Er telegrafiert sofort an Edison, bittet ihn, nach Europa zukommen, da er die Absicht habe, die Patente des amerikanischen