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Erfinders zu erwerben. Edison wird über die Depesche des ihmgänzlich unbekannten deutschen Ingenieurs den Kopf geschüt-telt haben. Er verweist ihn an seine europäischen Gesellschaften,vor allem an die „Compagnie Continentale Edison“ in Paris.Mit dieser Gesellschaft setzt sich Rathenau in Verbindung, undes gelingt ihm, mit ihr einen Vertrag abzuschließen, der ihn be-rechtigt, in Deutschland die Edisonschen Patente zu verwerten.
Für seine Ideen hat er inzwischen das Bankhaus Jacob Landauin Berlin gewonnen. Da aber zunächst nicht die nötigen Mittelfür die Ausnutzung der Patente aufzubringen sind, gründetRathenau mit Unterstützung dieses Bankhauses, der National-bank für Deutschland in Berlin und des Bankhauses Gebr. Sulzbachin Frankfurt a. M. am 15. Juli 1882 eine Studiengesell-schaft mit 250000 Mark Kapital, die zunächst Erfahrungen aufdem Gebiete des Glühlampenwesens sammeln soll. Es gelingtRathenau, sofort einige Aufträge für elektrische Anlagen zu er-halten. Der Berliner Börsen-Courier, das Böhmische Brauhaus,der Union-Club und die Ressource lassen sich von Rathenauelektrische Beleuchtung anlegen, für München gilt es, währendder ersten deutschen Elektrizitätsausstellung, verschiedene An-lagen, besonders die Beleuchtung der königlichen Bühnen, durch-zuführen. Die Erfolge, die die Studiengesellschaft durch dieEnergie Rathenaus in kurzer Zeit erringt, machen auch denGeldgebern mehr Mut. Wenn sie auch durchaus noch nicht denOptimismus, den Rathenau in den Ausbau der elektrischen Be-leuchtung setzt, teilen, so erblicken sie doch in der Verwertungder Edisonschen Patente gewisse Verdienstmöglichkeiten. Sokommt es am 19. April 1883 zur Gründung der „DeutschenEdison-Gesellschaft“ mit einem Aktienkapital von 5 MillionenMark. An der Gründung sind vor allem die gleichen drei Bankenbeteiligt, die auch die Studiengesellschaft ins Leben gerufenhaben. Die Deutsche Edison-Gesellschaft schließt mit der franzö-sischen Gesellschaft des großen amerikanischen Erfinders einenVertrag, aber sie trifft auch gleichzeitig auf besondereVeranlassungRathenaus ein Abkommen mit der führenden elektrotechnischenFirma Deutschlands, mit Siemens & Halske. Rathenau will esvermeiden, irgendwie in eine Kampfstellung zu Werner Siemens,