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um durch Elektrolyse Chlor zu gewinnen und wird 1893 Direktorder Gesellschaft für elektrische Unternehmungen in Bitterfeld, dieseine Erfindungen ausbeuten soll. Viele Reisen führen ihn durchEuropa. In den verschiedensten Ländern baut er ähnliche Unter-nehmungen. 1899 tritt er in den Vorstand der AEG ein undleitet dort die Abteilung für den Bau von Elektrizitätszentralen.Zur Ausführung dieser Bauten reist er wiederum viel, diesmalauch nach Amerika und Rußland. Als es ihm nicht gelingt, imJahre 1902 die Verschmelzung des Schuckertwerkes mit der AEGdurchzusetzen, verläßt er Direktorium und tritt als persönlichhaftender Gesellschafter in den Vorstand der Berliner Handels-gesellschaft ein. Aber durch seine Stellung als Mitglied des Ver-waltungsrats der Züricher Elektrobank bleibt er der AEGverbunden. Er ist es, der die großen Konzentrationen fördert,die die AEG jetzt durchführt. Im Jahre 1907 und 1908 begleiteter den damaligen Staatssekretär Dr. Bernhard Dernburg nachAfrika. Nach der zweiten afrikanischen Reise stellt er sich wiederin den Dienst der AEG. Jetzt berufen ihn auch viele andereUnternehmungen. Im Laufe der Jahre sind es, wie Kessler be-richtet, sechsundachtzig deutsche und einundzwanzig ausländi-sche Werke, denen er angehört, Unternehmungen der Elektrizi-täts-, der Metall-, der Glas-, der Kali- und der Automobilindustrie,chemische Werke, Bergbauunternehmungen, Banken und Bah-nen. Nach dem Tode Emil Rathenaus tritt Walther Rathenauunter der Bezeichnung Präsident an die Spitze des Aufsichtsratsder AEG mit besonderen Vollmachten. Er bleibt auf diesemPosten, bis an ihn der Ruf des Reichs ergeht, und hat so Gelegen-heit, neben den anderen bewährten Mitarbeitern seines Vaters,den Elektrizitätskonzern ungefährdet durch die Wirren desKrieges zu leiten.
Eine kurze Episode in Walther Rathenaus wirtschaftlichemWirken in öffentlichem Dienst bedeutet seine Tätigkeit alsLeiter der Kriegsrohstoffabteilung. „Drei Tage nachder englischen Kriegserklärung“, so erzählt er selbst, „trug ich dieUngewißheit unserer Lage nicht länger; ich ließ mich melden beidem Chef des Allgemeinen Kriegsdepartements. Ihm legte ichdar, daß unser Land vermutlich nur auf eine beschränkte Reihe