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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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burger Firmen werden seine Kunden. Aber als infolge der eng-lischen Konkurrenz seine Firma zurückgeht, gründet er schnellentschlossen in Manchester ein eigenes Haus, um selbst die eng-lischen Erzeugnisse importieren zu können. Alles dies sindZeichen für die Wendigkeit des alten Ballin. Die Krisis, in dieHamburg durch den großen Brand im Jahre 1842 gestürzt wird,verschärft auch die Schwierigkeiten der Firma S. J. Ballin & Co.Im August 1843 muß sie Konkurs anmelden. Erst 1845 gelingtes Ballin, eine neue Firma zu gründen, die es mit dem Kohlen-handel versucht. Aber auch dieses Unternehmen scheint sichnicht zu rentieren, und so ruft er am 6. März 1852 mit seinemFreunde Samuel Moritz Hirsch die Firma Morris & Co. alsAuswandereragentur ins Leben. Von seinem Sozius trennt ersich bald. In dieser Zeit ernstester Sorgen wird am 15. August1857 Samuel Joel Ballin zum letzten Male Vater. Der Anschau-ung, nur die Erstgeborenen könnten Genies werden, widersprichtdie Tatsache, daß an diesem Tage Albert Ballin als dreizehntesder Ballinschen Kinder das Licht der Welt erblickt.

Als Samuel Joel Ballin am 17. September 1874 stirbt, ist Alberterst siebzehn Jahre alt. Seine Mutter übernimmt die Firma, erselbst und sein um ein Jahr älterer Bruder Joseph treten als Pro-kuristen ein. Albert hat kaum die Schule verlassen. Da sowohlder Sozius, wie auch der Bruder Joseph bald aus dem Geschäftausscheiden Joseph wurde Fondsmakler und hat sich 1907 inder Hamburger Börse erschossen, muß Albert allein Mutterund Schwestern ernähren. Schon 1879 wird er als Teilhaberder Firma Morris & Co. aufgenommen. Das Gewerbe einesAuswandereragenten ist damals wenig angesehen. Noch inspäteren Jahren bezeichnet der Generaldirektor des Norddeut-schen Lloyd diese Vermittler, alsAbschaum der Menschheit.Von der jüdischen Firma halten sich aber die stolzen Schiffahrts-linien erst recht fern. Aufgabe der Hamburger Auswanderer-agenten ist noch die sogenannte indirekte Auswanderung. Sieleiten die Auswanderer, die sie anwerben, zunächst mit Ham-burger Schiffen nach England, von wo sie dann mit englischenDampfern nach Amerika weiterbefördert werden. Da Hamburgals Auswandererhafen hinter Bremen zurücksteht, können sich

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