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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
Seite
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Montanriesen des Rheinlandes, vom 29. Oktober 1920 vertrittdie Firma Otto Wolff offiziell bereits über 10% des Aktien-kapitals. Ihr Machtbereich ist tatsächlich viel größer, weil siein der Kölner Bankfirma A. Levy einen Bundesgenossen gefun-den hat. Geheimrat Louis Hagen, in vielen Aufsichtsräten derwestlichen Schwerindustrie vertreten, hat sich mit den beidenaufstrebenden Eisenhändlern zusammengeschlossen. So habensie gemeinsam die Majorität dieses bestfundierten Werkes desrheinischen Reviers in der Hand. Freiherr Simon Alfred vonOppenheim, der Mitinhaber des alten, einst jüdischen KölnerBankhauses Sal. Oppenheim jr. & Cie., das schon 1789 be-gründet wurde und seit jeher mit den rheinischen Hütten aufsengste verbunden war, muß den Vorsitz im Aufsichtsrat desPhönix, der geradezu als ein Privileg der Familie von Oppenheimgilt, niederlegen. In den Aufsichtsrat des Phönix tritt OttoWolffein. Bei dieser und ähnlichen großen Transaktionen bleibtStrauß im Hintergrund.

Seit langer Zeit bestehen enge Beziehungen zwischen derFirma Otto Wolff und holländischen Häusern. Mit ihnen habendie beiden Sozien für ihre Exportgeschäfte die FirmaEisen-ausfuhr Otto Wolff & Co. gegründet und ein ähnliches Unter-nehmen in Amsterdam ins Leben gerufen. Beide Firmen ver-kaufen die Erzeugnisse der dem Hause Wolff nahestehendenWerke. Auch den Ankauf der Phönixaktien haben Strauß undWolff nur mit holländischer Unterstützung durchführen können.Im Jahre 1923 gehen die Wolffschen Aktien des Phönix zumTeil an die Koninklijke Neederlandsche Maatschappij Hoogovensen Staalfabrieken in Iymuiden über. Diese Gesellschaft warerrichtet worden, um die Belieferung der holländischen Eisen-industrie mit Roheisen sicherzustellen. Wolff und Strauß hattenmit ihr eine Interessengemeinschaft geschlossen. Trotz diesesÜbergangs bleibt der Einfluß der Firma Wolff auf den Phönixgesichert (vgl. Paul Ufermann: Könige der Inflation, Berlin 1924).Die holländische Gesellschaft verfügt schließlich über 20 % des205 Millionen Mark betragenden Aktienkapitals des Phönix. Nochin derselben Zeit kommen andere rheinische Werke hinzu, vorallem die Rheinischen Stahlwerke A.-G. in Duisburg-Meiderich,