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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
Entstehung
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Ueber geographische Stellung

Rücken liegenden, ungünstiger» Gestaltungen ihrer Oberflächen,nicht die Vortheile des allgemeinern Landzusammenhanges zu gutekommen konnten. Wenn sie auch nicht ganz die Natur isolirteroceanischer Inseln annehmen konnten, so gehören sie doch jenemGürtel, oder der großen Zone von Gestadeländcrn an, welche dieWasser- und Landwelt des Planeten scheidet. Ein Gürtel vonvielfach verengten, theilweis oder ganz zerrissenen, abgesprengtenund vereinzelten Gliedern, oder Inseln, rings um die äußere oderdie oceanische Peripherie der Landhalbkugel, ein Kranz, welchernur an zwei Stellen in verschiedenen Breiten ganz durchbrochenist: Einmal in der größten Annäherung zum Südpol durch denbreiten äthiopischen Ocean zwischen dem Cap Horn und dem Capder guten Hoffnung, und Einmal in der größten Annäherung gegenden Nordpol durch die enge Behringsstraße zwischen N.O.-Asien und N.W.-Amerika . In der gleichartigen Gcsammtstcllung diesesGürtels Pon Gestadeländern, des einzigen in seiner Art auf derErde, an der Peripherie der Landhalbkugel, gegen den großen süd-lichen Wasserkreis des Planeten liegt das gemeinsame Verhältnißihrer Abwendung von der contiuentalen Seite der Erde, ihrerUebergänge und Annäherung an das Charakteristische der oceani-schen Südwelt, wogegen die Unterschiede, welche die climatischenAbwechslungen in diesen Gürtel bringen, sich nur wie Arten zuGattungen verhalten. Es fallen in diesen Kranz der Gestade dieSüdenden von Amerika, Südafrika über Madagaskar hin, dieSüdenden Hinterindiens mit den Sundischen Inseln, die vulkan-reichen Jnselzüge am Ostgestade Asiens entlang, über Japan hinbis Kamtschatka, Alaschka, N.W.-Amerika, Californien und, amvulkanreichen Westgestade Amerikas zurück bis wieder gegen dasSüdende dieses Erdtheils.

Der Contrast dieser eigenthümlichen Gegcneinanderstcllungganz verschiedenartig überzogner, größter Breiten des Planeten, dievorherrschend mit dem feuchten oder trocknen Elemente bedecktsind, scheint für dessen Organisation gleiches, ja noch überwiegen-des Gewicht zu haben, wie dessen mathematischer Contrast desNordens und Südens an beiden Polen , und wie dessen climati-