III.
Ueber das historische Element in der geographischen
Wissenschaft.
(Vorgetragen am 10. Januar 1833.)
!^)ie geographischen Wissenschaften haben es vorzugsweise mit denRäumen der Erdoberfläche zu thun, in so fern diese irdisch (seies auch immer welchen Naturreichen angehörig, und mit welchenFormen ausgestattet) erfüllt sind; also mit den Beschreibungenund Verhältnissen des Nebeneinander der Oertlichkeiten, als solche,in ihren besondersten Vorkommen wie in ihren allgemeinsten tellu-rischen Erscheinungen. Sie unterscheiden sich hierdurch von denhistorischen Wissenschaften, welche das Nacheinander der Begeben-heiten, oder die Aufeinanderfolge und die Entwicklung der Dingeim Einzelnen und im Ganzen, von innen und nach außen, zu ent-schleiern, zu untersuchen und darzustellen haben. Indem beidezwar von überschaulichen positiven Einzeluheiten des gleichzeitigenNebeneinander, oder der Aufeinanderfolge des Nacheinander ausge-hen, aber bald zu unüberschaulichen, durch Geometrie und Chro-nologie anfänglich noch abzumessenden Verhältnissen übergehen,denen aber in der geistigen wie in der physischen Welt bald dasbestimmte äußere Maaß mangelt, dagegen das innere, das Na-turgesetz wie das. ethische um so mehr hervortritt, so sind beide inihren gesteigerten Resultaten, in der Darlegung der Verhältnisseund Gesetze, wie der Entwicklungen auf die Combination und dasMaaß des Gedankens angewiesen, und dieses zwingt auch diesepositiven Wissenschaften zum philvsophiren.