Druckschrift 
Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

räumlicher Verhältnisse bei graphischen Darstellungen u. s. w. jZZ

mit diesen unzählige andere weniger beachtete, dem Raume nachweit geringere, bei denen aber alles davon Abhängige, wenn anchim kleineren Maaßstabe, doch denselben allgemeinsten Gesetzen undFolgen unterworfen ist.

Es werden auf diese Weise nach dem Gesichtspunct der geo-metrischen Kernfiguren der Länderräume gewisse Klassen und Klas-scnbegriffe entstehen, und sich in Bezug auf die Regel und dieAbweichung auf das bestimmteste wissenschaftlich ausbilden lassen,so daß sich daraus genau ergeben wird, was der ganzen Klasse,was den Unterabteilungen, was den localen Individualitäten fürVerhältnisse und Eigenschaften aus den Figuren zukommen.

Eben diese Bestimmung, dieses Sprachverständniß und dieseVernichtung des vielartigen und sast unübersehbaren Stoffs durchdie Form scheint das höchste Bedürfniß der geographischen Wis-senschaft in ihrer Fähigmachung zur Lehre, welche von dieser Seiteweit hinter ihren übrigen Schwestern der naturbeschrcibenden Wis-senschaften zurückgeblieben ist, und darum die unbehülflichste Massefür den bildenden Schulunterricht wie für die Wissenschaft selbstbis heute bleibt, die durch keine noch so vielfache Anstrengunghat überwältigt werden können.

Nicht blos zur Bestimmung der Erdräumc überhaupt nachErdtheilen, Ländern, natürlichen oder selbst willkürlichen Unter-abtheiluugen, würden diese geometrischen Figuren anwendbar sein,sondern eben so gut auch zur genauern qualitativen Bezeichnungder Erdräume dienen, wenn man auch die Wasserflächen, die Ge-birgs- und Plateau-Räume, die Räume, welche die Alpenland-schaften, die Ebenen, die Niederungen, die Wüsten, die fruchtbarenLandstriche, die zusammenhängenden Waldungen, die von Strom-systemen bewässerten Landschaften, die Getreideländer, die Erz-reviere u. f. w. einnehmen, dadurch, so weit es sich thun ließe,bestimmt zusammenzufassen sich bemühete, und auch hier das -s-und als Erzänzung hinzufügte.

Diese zweite Art der Anwendung dieser geometrischen Figurenauf das qualitative Verhältniß der Räume ist, wie sich leicht ein-sehen läßt, schon schwieriger als die erste, welche nur die quanti-