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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
Entstehung
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in der geographischen Wissenschaft.

alle Formen des Erdballs umläuft, dessen weite Oberflächen imtellurischen Zusammenbange des Erdrings, oder in dessen organischabgelösten Theilen und Gliedern durch die unendliche Mannich -faltigkeit seiner zahllosen Naturproduktionen der buntesten Mosaikgleicht, in dieses Feld ihres Gebietes verschlingt sich auch noch dieganze Folge der Zeiten.

Was ist nun eigentlich die Aufgabe, die sie für die irdisch-erfüllten Räume des Erdballs zu lösen hätte, anders, als die Er-forschung ihrer gesammten Verhältnisse; nämlich die der Räume,die der Erfüllung und die Relationen von beiden. Also:

Einmal die arithmetischen Verhältnisse, oder die Bestimmungihrer Summen, Distanzen und Größen.

Dann die geometrischen Verhältnisse der Räume, oder ihr^Gestalten, Formen und Stellungen.

Aber auch die materiellen Erfüllungen der Räume, nicht nachden Stoffen, Formen und inwohnenden Kräften des Materials ansich, und nach ihren Naturgesetzen, denn dafür sind die Lehren derNaturwissenschaften, der Physik und Chemie; sondern nach ihrenVerbreitungsverhältnissen, Verbreitungssphären und Verbreitungs-gesetzen über die Erde, die jene Wissenschaften nur zufällig etwaberühren, und nach den Erscheinungen, die aus ihren irdischgegebenenCombinationen unter sich, wie zu den Stellungen, Gestalten uudFormen, zu den Summen, Größen nnd Distanzen hervorgehen.

Da zu den materiellen Erfüllungen durch die Naturkräfte unddie drei Naturreiche: der Erdrinde in ihrem tellurisch-geognosti-scheu Zusammenhange, dem Pflanzenkleide in seinem Gewebe undseiner Nerbreitungsweise, der Thierwelt in den räumlichen Lebens-gürteln und Lebcnssphären ihrer mannichfachen Geschlechter, anchdie Menschenwelt mit ihren Völkerschaften und geistig belebten In-dividuen gehört, die nicht, wie die mehrsten von jenen, an dieScholle gebunden, aber doch in ihrer Physischen wie geistigen Ent-faltung durch dieselbe mannichfach bedingt wurden: so sind auchnothwendig die Verhältnisse der Bedingnngen dieser Räume, welchesie auch sein mögen, ans die leblose Welt wie auf die lebendenOrganismen überhaupt uud auf die geistig zu steigernde Ent-