Ueber das historische Element
tischen Gcstadelande der europäischen Civilisation, oder der ganzenWesthälfte Europa's , noch um 4500 geogr. Meilen, das ist umein Viertheil des Erdumfangs, näher gerückt und in directen Ver-kehr gesetzt werden würden, indem dadurch wirklich zu Standekäme, was der kühne Colombo suchte, womit dieser Weltentdeckerdurch seine ^ures Lliersonesus sich so scharfsinnig getäuscht hatte,da er bekanntlich sein aufgefundenes West-Indien für das Ost-Indien des Ptolemäus hielt.
Die Ausbildung des tellurischen Erdrings hat also ihre End-schaft, ihre Vollendung auch noch keineswegs erreicht; es stehenihr, man braucht nur an eine nicht unmögliche Durchbrechung derLandenge Suez aus der Levante nach dem Orient zu denken, inden historischen Zeiten vielleicht noch größere Umgestaltungen be-vor, als die in den vorhistorischen, in denen jene Sanddünen-Reihen von Suez, wahrscheinlich die gegenseitigen Meere nochnicht schieden, die beiden znr Seite liegenden Erdtheile also auchnoch nicht verknüpften. Aber wir sehen schon aus jener Hinwei-sung auf Europa , wie gewisse Planetenstellen mit gewissen Ent-wicklungsfähigkeiten für das ganze verschiebbare, d. i. der Entwick-lung fähige Erdsystem vor andern vorzugsweise begabt sein können,daß weder gleichmäßige Wiederkehr, oder Stillstand der Erschei-nungen, wie an einem menschlichen Uhrwerke, bei dem Planeten-rund eintritt, noch auch keineswegs jede Stelle desselben in dieserBeziehung zu gleichartiger Entwicklung berufen scheint. Gegendiesen merkwürdigen Fortschritt der Gestadeseite der Erde hat sichdas Continent der Alten Welt, obwol im Ganzen fortschreitend,doch theilweise, gegen den Osten hin, nach Zeit und Distanzver-hältnissen, wie nach seinen Kulturen, gewissermaßen umgekehrt. Eshat seine ehemalige Kulturmitte auf die Gestadeseite geworfen,sein Inneres nach Außen gewendet, und ist dagegen vielfach inWüstenmitte versunken. Denn es stehen die Länderbreiten Jnner-Asiens (alle Verhältnisse gleich gesetzt) offenbar viel weniger wieehedem, z. B. zu Alexanders Zeit, oder im Mittelalter, zu denZeiten des Chalifats, oder der Kreuzzüge, unter sich einzig aufdem Landwege durch Landstraßen, Produktenaustausch, Kultur-