Ucbcr eine geographische Productenkunde.
einnehmen, die aber bisher noch weniger als die vegetativen über-sichtlich waren, und vielfach in jene ein- und übergreifen.
Eine viel reichhaltigere und feiner abgestufte physikalischeTonleiter für die verschiedenen Regionen des Erdballs, als diebisher durch physikalische Instrumente so mühsam erhaltene, dürfteaber gewonnen werden, wenn die lebenden Organismen derPflanzen- und Thicrgcschlechter selbst in ihren individuellsten Ver-breitungssphären zu den Climatometern dieser physikalischen Ton-leiter benutzt würden, und wenn eben so auch die mehr oderminder von den Climaten und Localitäten abhängig gedachten Ge-schlechter uud Arte» der Thiere, wie Vögel, Jnsecten, Amphibien,Fische u. s. w., nach ihren VcrbreitungSweisen schon bekannt undunter einander verglichen wären, worüber selbst die demgemäßmodificirtcn Formen der See- und Landvögel, zumal die ameri-kanischen Formen der Vögel nach Lichtensteins Untersuchungenüber den genannten Erdtheil, schon für das Ganze sehr lehrreicheAusschlüsse gegeben haben. Die Blüthenkalendcr z. B. jederPflanzenart an jedwedem Orte der Erde, die Wanderkalender derZug- und Strichvögel und anderer Thiere an den Ankunfts- undAbgangstagcn für die verschiedensten Erdlocalitäten, würden dieScalenverzcichnissc jener organischen Climatometcr sür ihre ganzeVerbrcitnngssphäre darbieten und nicht ohne wichtige Beiträgefür das Ganze sein.
Die Productcnkunde des Mineralreiches, gänzlich unabhängigvon jenen physikalischen Bedingungen der Außenseite der Erdfläche,welche ihren Einfluß auf das Dasein und Gedeihen der lebendenOrganismen ausüben, wird dagegen für die zufällige Erscheinungihrer Schätze in den obern Schichten der Erdrinde ihre Regel undAnordnung nur in der Gcognosie, d. i. in der wissenschaftlichenErkenntniß der großen Erbmassen finden, welche die Erdvestenbilden, weil von deren innerer Construction und äußerer Verbrei-tungsweise nach horizontaler Ausdehnung und Uebereinander-lagernng, wie nach Senkung und Hebung, auch die Beschaffenheitihrer untergeordneten Theile, ihrer Gliederung, wie des Erd-ganzen abhängig wurde. Wenn demnach in den Pflanzen- und
NS