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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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220 Ueber räumliche Anordnungen auf der Außenseite des Erdballs

continentalen wie insularen Feuerkranz über, zu dem Gesammtbaudes Alten Continentes.

Hier wiederholt sich dasselbe Gesetz der Anordnung des Gan-zen in der analogen Construktion gemeinsamer Hebungen, Senkun-gen und Depressionen, nur mit den Modifikationen, die aus seinersüdwärts gegliederten Form und aus der Entfernung seiner Süd-gestade von dem gegen Südost in die Südsee zurückkehrendenFeuerkranze der insularen Reihenvulkane hervorgehen mußten, dader Normalzug seiner Gestadelinie von dieser Abwendung vomFeuerkranze an nun gegen Südwest, der Richtung des großenGestadegürtelö, von Süd-China, Hinter- und Vorder-Indien,über das Südende Arabiens, der Ostspitze Äthiopiens und derganzen weiten Südostküste Afrika's, die Madagaskar -Seite entlang, bis zum Cap der guten Hoffnung folgt.

Hier ist es nun lehrreich für das Ganze, was Aler. v. Hum-boldt für das centrale, rhombosdrisch gestaltete Plateau Ostasiens zuerst nachgewiesen hat, da dessen partikuläres Verhalten sich inder Gesammterscheinung als gesetzmäßig wiedererkennen läßt. Näm-lich daß die Diagonale, welche dieses Centralplateau von S.W.gegen N.O. durchsetzt und in seine nordwestliche und südöstlichetriangulaire Halbe (die tibetische und die mongolische) theilt,zugleich die Are der größten Anschwellung des ganzen Plateausbezeichnet, der die größte Massenerhebung gegen S.O. liegt, ihrgegen N.W. aber die gemeinsame Absenkung beginnt. Die größteAnschwellung gegen S.O. ist in der Hochfläche Tibets bis zu14,000 F., und in den Gipfelerhebungen der Himalava-Ketteüber 20,000 und 25,000 F. absoluter Höhe gemessen. Die steilgegen das südchinesische, hintcrindische und bengalische vorgelagerteTiefland abstürzende Stirnwand dieser massigen Erhebung scheint-sich zu noch größeren Höhen, wahrscheinlich den kolossalsten desPlaneten, emporzuthürmen. Obwol noch keine direkten Messungendies darthun, so scheint außer andern Gründen auch die gegenOst zunehmende Gipfelerhöhung darauf hinzudeuten, wie dies diejüngste Höhenmessung des Kintschindschinga in Sikim, durch Co-lonel Waugh und Hooker, zu 26,438 F. par. beweiset, der noch