224 Ueber räumliche Anordnungen auf der Außenseite des Erdballs
Wir haben bisher nur 5 bis 6 der auffallendsten äußeren,allgemeinsten Anordnungen in der Physik des Erdballs angedeutet,insofern sich diese in den Naumverhältnissen nachweisen und wei-ter verfolgen lassen, nur als Thatsachen in den Gesammt-Erschei-nungen der Erdrinde, ohne auf ihre möglichen Ursachen oder aufdie aus ihnen hervorgehenden Wirkungen im Einzelnen überzu-gehen, denn diese sind leicht einzusehen. Aus dem letzteren großenGesetze der allgemeinen Depression ergiebt es sich zum Beispielzunächst für unsere Erdseite sogleich von selbst, wie dadurch diegroße zusammengehörige Völkerfamilie der alten Kultur-Welt,nur mit geringerer Zerstreuung nach den äußern Gliederungen,nach ihren großen Zuglinien im Marimum der räumlichen An-näherung der 3 Erdtheile auch zusammengeführt wurde auf denEinen großen zugänglichern und förderlicher» Schauplatz ihrerThätigkeiten, der eben dadurch der klassische Boden der Weltge-schichte werden sollte, zu dem alle Bahnen des Völkerverkehrs,wie Flüsse zu einem gemeinsamen Becken hinleiteten, weil diegroßen Depressionen nach ihren größten Ausdehnungen durch dieMitte der Alten Welt, von Erdtheil zu Erdtheil, innerhalb gleich-artiger Temperaturen von O. nach W. (nicht wie in Amerika durch verschiedene von N. nach S. getrennte), die Völkerverbin-dungen und ihre Ueberlieferungen aller Art ermöglichten. Dennnur nach der Außenseite blieb die Stirnwand der undurchbrech-baren Plateauerhebungen die zu schwer überwindliche, völker-hemmende, ja scheidende Naturform, wie sie selbst das schroffsteGegitter der innerhalb der Senkungen erhobenen Gebirgsketten-Bildungen, die überall mehr oder weniger durchbrochen sind, demGange der Bölkerentwickelung nicht entgegenstellte.
Es lag hier nur daran, in der scheinbaren Regellosigkeit dieSpuren einer höhern Symmetrie und Harmonie hervorzuheben,von welcher die elementare ungeübte Ansicht bei dem ersten Ueber-blick keine Ahnung haben kann, weil die Naturmannichfaltigkeitcn<die schon aus diesem durch- und übereinandergreisenden Netze vonNormalen zu groß ist an Besonderheiten und daraus hervorgehen-