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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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242 Ueber räumliche Anordnungen auf der Außenseite des Erdballs

insularer Fülle gegen die atlantische, also europäische Kulturseiteder Alten Welt gerichtet ist, mit der auch das maritime Gängel-band der Völker, die Meeresströmung, in doppelten Hin- undHerwegen beide nord-atlantische Gestadeseiten in natürliche gegen-seitige Verbindung setzte: so können wir sür diesmal hier durcheinige allgemeine Resultate schon zum Schluß unserer jetzigen Be-trachtung gelangen.

Nord-Amerika war durch seine maritime Lage zur nochwen-digen wiederholten Schiffer-Entdeckung von Europa (nicht vonAsien ) aus bestimmt, von wo aber durch Handreichung polarerVorländer wol eine Bevölkerung kommen konnte. Durch diegünstigste Hafenbildung, Jnsulirung und Küstenstellung gegen dienord-ostatlantische Westseite Europa'S mit analogen Temperatur-Verhältnissen wurde das so hafenreiche Ostgestade Nordamerika'svon Anfang an ganz vorzüglich am empfänglichsten ausgerüstetfür die Aufnahme einer europäischen Civilisation. Die flache, imverjüngteren Maaßstabe realisirte, plastische Modellirung des nord-amerikanischen Stammes, seines Binnenlandes, analog dem euro-päischen, mit nach allen Seiten aus der gemeinsamen Mitte sichsanft senkenden Stufenländern, konnte dieser Civilisation auch all-seitig ohne Hemmungen ihren Fortschritt von Ost gegen Westsichern.

Mit den nordwärts sanft sich senkenden Stufenländern schiff-barer Stromspsteme nach der polaren Seite, zu der reichsten Jnsel-gruppirung und Gliederung im Polar-Meerc, ist zugleich die Hin-weisung gegeben, daß diese Planetenseite noch mehr als Europa dazu berufen war, die Kultur des Menschengeschlechts am früh-zeitigsten und meisten gegen den Norden der Erde zu verbreiten.Schon heute, nach so kurzem Verlauf der Zeiten, ist die Civilisa-tion der Westküste der Grönlandsgruppe bis zu 70° N.Br. vorge-drungen; die dortigen Eismeere durchschwärmen schon alljährlichFischer und Schiffcrflotten, die noch vorhandenen Hemmungen derNatur werden nach Jahrhunderten der hinzugctretenen Kunst derCivilisation nicht unüberwindbar bleiben.

So war das früherhin lerra ineognita gebliebene Südende